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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 17:33 Uhr

Frank Grünberg : Witzige Treppengeschichten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kurzweilige Lesung mit Frank Grünberg: Im exklusiven Kreis gab es Tucholsky und Kishon.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Während der Schenefelder VHS-Veranstaltung „Treppenwitz“ haben 35 Besucher auf der gepolsterten Rathhaustreppe sowie auf den benachbarten Bänken rundum Platz genommen. Frank Grünberg las einem exklusiven Kreis ausgewählte Geschichten vor. Zum Publikum zählten Mitglieder der SPD-Spitze wie Nils Wieruch, Gerhard Manthei, Ursula Kriete und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Dabei wurde die Treppe mit gutem Blick auf den Vortragen von einigen Besuchern als Art Loge benutzt. „Es ist sehr schön, dass so viele Gäste gekommen sind“, begrüßte Grünberg seine Zuhörer.

Der SPD-Mann zeigte sich dankbar, die Treppe im Rathaus als Sitzgelegenheit gewonnen zu haben. Mit Geschick hatte sich der Schenefelder ein abwechslungsreiches Geschichtsspektrum ausgesucht. Zur gelesenen Bandbreite gehörte die nach dem zweiten Weltkrieg geschriebene Geschichte „Die Falltreppe“ von Jürgen Weidland genauso wie Geschichten von Ephraim Kishon, Kurt Tucholsky, Ringelnatz und ein Gedicht von Andreas Vaupel. Frank Grünberg schätzt Kurzgeschichten mit schrägem Humor. „Je überraschender der Schluss ist, desto gelungener ist zumeist die Erzählung“, sagte Grünberg.

Die Zuhörer dankten seine mit guter Betonung vorgetragenen Geschichten mit Beifall und fröhlichem Gelächter. In den Erzählungen ging es um eine alte Gutshoftreppe, Verwechslungen aller Art und eine Alkoholbeseitigungsstory. Grünberg gelang es dabei gekonnt, die Stimme des zunehmend betrunkener werdenden Protagonisten zu imitieren. In der Alkoholbeseitigungsgeschichte vernichtete die Hauptperson nach und nach 20 Flaschen Whiskyflaschen.

Grünberg gab in flottem Wechsel Witze, Kurzgeschichten und lustige Gedichte zum Besten. Es gelang ihm Spannung aufzubauen, als er den Trauerzug von Karl Sost mit flüsternder Stimme vortrug. Zuhörerin Brigitte Bartel gefiel die Geschichte von Sost besonders. Sie kannte sie von Otto-Schallplatten, die sie in den 70er und 80er Jahren hörte. Der Komiker wurde damals nach seinen Lesungen in diverse Prozesse verstrickt. Grund: Der Autor der Erzählung ist nicht bekannt.

Die Zuhörer genossen die individuelle Veranstaltung. „Die Treppe sorgt für eine besondere Atmosphäre“, lobte Besucherin Traute Tiedemann. Auch sei das vorgetragene Spektrum an Geschichten sehr abwechslungsreich. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats Eckhard Vogelgesang war bislang bei jeder Lesung Grünbergs dabei. „Er hat eine besondere Art, die Geschichten vorzutragen“, bilanzierte Vogelgesang.

Frank Grünberg wohnt erst seit fünf Jahren wieder im nördlichen Bundesland Deutschlands. Zuvor hatte der gelernte Industriekaufmann 30 Jahre in Bayern gelebt – und sich auch dort „selbstverständlich“ politisch engagiert. Zu seinen Hobbies gehören lesen, malen und zeichnen. Grünberg versprach, im Dezember unter dem Motto „Weihnachtstreppe“ eine weitere Lesung anzubieten.

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