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A20-Baustopp : Wirtschaftsstandort Westküste bedroht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Vizechef des Bauindustrieverbands warnt vor einem dauerhaften A20-Baustopp.

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Pinneberg | Hans-Werner Blöcker, stellvertretender Vorsitzender des Bauindustrieverbands Hamburg und Schleswig-Holstein, wirft der Kieler Landesregierung Augenwischerei vor – insbesondere Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Dieser solle sich nicht immer als Befürworter der Küstenautobahn 20 hinstellen, wenn er eben jenen Ausbau nicht vorantreibe, sagte Blöcker am Rande eines Treffens des CDU-Wirtschaftsrats im Pinneberger Medienhaus A. Beig. Schließlich habe das Land es zu verantworten, dass die A20 derzeit nicht weitergebaut wird.

Ob daran der amtierende Minister oder dessen Vorgänger – darunter auch Christdemokraten – schuld seien, steht für Blöcker nicht zur Debatte. Schließlich habe die Landesregierung zum einen nicht ihre Hausaufgaben erledigt, sprich die Planungen bis zur Elbe auf Höhe Glückstadt fortgesetzt. Zum anderen hätten sich SPD und SSW auf Wunsch des grünen Koalitionspartners dazu hinreißen lassen, die Trasse in der laufenden Legislaturperiode an der A7-Anschlussstelle Bad Segeberg zu stoppen. „Das Land bittet den Bund ständig um Geld“, sagte Blöcker. Allerdings gebe der Bund nur etwas, wenn der politische Wille dafür erkennbar sei und baureife Entwürfe vorlägen – und dem sei nicht so. Meyer müsse sich also nicht wundern, dass nichts geschehe.

Geplante A20 durch den Kreis Pinneberg.
So soll die A20 durch den Kreis Pinneberg verlaufen. Foto: sh:z

Der Vizevorsitzende des Bauindustrieverbands und die Mitglieder des CDU-Wirtschaftsrats machten deutlich, wie wichtig jedoch die Trasse für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein sei, insbesondere für die Regionen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen: „In puncto Neuansiedlung von Firmen hält Schleswig-Holstein die rote Laterne“, sagte Blöcker. Ihm zufolge siedelten sich in allen anderen Ländern deutlich mehr Unternehmen an. Zudem warnte er vor Abwanderung: Die Zahl der Ausbildungsverträge nehme an der Westküste des Landes stetig ab. „Das ist ein beunruhigendes Signal“, sagte Blöcker. Ein Zeichen dafür, dass die Inhaber die Zukunft ihrer Firmen nicht mehr in der Region sehen würden.

Das ist laut dem Vertreter des Bauindustrieverbands auch nicht verwunderlich. Schließlich entstünden durch Staus im Zuge der A7-Ausbauarbeiten für einige Unternehmen Millionenkosten. Und selbst wenn die Trasse in etwa neun Jahren fertig gestellt sei, bleibe noch das Nadelöhr Elbtunnel, auf das derzeit sechs Autobahnen zuliefen. Schon um den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein erhalten oder gar einmal ausbauen zu können, müsse die A20 als eine Art Entlastungsring zügig zu Ende geplant und umgesetzt werden. Blöckers Fazit: „Hamburg und Schleswig-Holstein haben das bislang versäumt.“

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