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Das Sonntagsgespräch : Wirtschaftsförderung: Investitionen säen, um Erträge zu ernten

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Harald Georg Schroers ist Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Pinneberg. Im Sonntagsgespräch berichtet er unter anderem, warum Investitionen zwingend notwendig sind.

Kreis Pinneberg | Was ist Ihre Aufgabe als Wirtschaftsförderer?
Die Aufgabe von meinen Team und mir ist, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Dafür entwickeln wir unter anderem Gewerbeflächen und werben für den Standort. Als Wirtschaftsförderer bin ich dafür da, Investitionen in der Region anzukurbeln und dadurch Steuereinnahmen für die Kommunen zu sichern.

Welche Stärken hat der Wirtschaftsstandort Kreis Pinneberg?
Wir sind Teil der Metropolregion und haben die Vorteile der Stadt zu ländlichen Preisen. Die Lage an der Stadtgrenze zu Hamburg ist optimal. Hafen und Flughafen sind vom Kreis aus schnell zu erreichen. Das bestimmt unsere Struktur mit Großhandel und Produktionsbetrieben. Hamburg ist das Tor zur Welt, und das strahlt auch auf den Kreis Pinneberg aus.

Gibt es Schwächen?
Der zunehmende Platzmangel und der Wettbewerb um jeden Quadratmeter sind sicherlich ein Problem. Die Region wächst und ist wohlhabend. Das können nicht viele Landkreise in Deutschland von sich behaupten. Da die Menschen hier wohnen und arbeiten wollen, sind die Flächen knapp.

Harald Georg Schroers (55) ist seit 2006 bei der WEP tätig. Der Vater eines Kindes war vorher unter anderem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH und der Entwicklungsgesellschaft Lorsch mbH. Außerdem unterrichtete er Standortmarketing und Wirtschaftsförderung an der Fachhochschule Frankfurt.

Wie kann dieses Problem gelöst werden?
Ein Ansatz ist, so wenig Brachen wie möglich zuzulassen. Wenn Gewerbebetriebe aufgegeben werden, sollten schnell Nachnutzungen ermöglicht werden. Ein weiterer Weg ist, sich auf die Flächen zu konzentrieren, nach denen die Nachfrage besonders groß ist, beispielsweise entlang der Autobahnen. Man muss einfach vorausschauend planen. Das machen wir mit den vier Kreisen entlang der A23/B5-Achse, indem wir ein Gutachten erstellen, wo in Zukunft geeignete Flächenreserven sind, die wir entwickeln können. Klar ist auch, dass die interkommunale Kooperation immer wichtiger wird. Es wäre wünschenswert, dass Gewerbegebiete sich nicht unbedingt an Ortsgrenzen orientieren müssen. Die administrativen Grenzen sind aber nicht so einfach einzureißen.

Was kann die Politik tun, um die Wirtschaft auf Kreis- und Gemeindeebene zu fördern?
Wer ernten will, muss säen. Und das Säen kostet Geld. Um Erträge zu erwirtschaften, sind erst einmal Investitionen erforderlich. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir die entsprechenden finanziellen Mittel für die Wirtschaftsförderung wünschen, um noch mehr zu säen.

Wieso braucht der Kreis die WEP?
Eine zentrale Wirtschaftsförderung bringt die Region in enger Abstimmung mit den Nachbarkreisen und Hamburg voran und positioniert sie am Markt. Das lohnt sich allein aus finanziellen Gründen. Jeder Arbeitsplatz, den wir schaffen, ergibt etwa 2500 Euro direkte Steuern pro Jahr. Also bringt unsere Tätigkeit den Kommunen im Kreis mehrere Millionen Euro pro Jahr. Dazu decken wir Bereiche ab, die von den Kommunen und vom Kreis gar nicht besetzt werden können, zum Beispiel die Gründungsförderung. Wir helfen dabei, Betriebe aufzubauen und erneuern die Wirtschaftsstruktur. Wo keine Erneuerung stattfindet, stirbt die Wirtschaft

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erstellt am 05.Apr.2015 | 15:00 Uhr

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