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Postgelände in Pinneberg : Wirtschaft will kein Altenheim

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Klare Worte von der Wirtschaftsgemeinschaft: Sie lehnt das geplante Altenheim mitten in der Innenstadt auf dem Postgelände an der Friedrich-Ebert-Straße in Pinneberg ab.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 11:55 Uhr

Pinneberg | Ein Altenheim mitten in der Stadt. In bester Wohnlage. Ein charmanter Gedanke? Oder einfach nur eine Fehlplanung? Die Residenz-Gruppe  aus Bremen hat  das Postgrundstück in Pinneberg gekauft und beabsichtigt, dort langfristig eine Wohnanlage für Senioren zu errichten.  In Pinneberg wird das Vorhaben skeptisch aufgenommen.

Wohnbau für junge Familien gefordert

Nun hat auch der Vorstand der Wirtschaftsgemeinschaft Pinneberg in einem öffentlichen Statement an Bürgermeisterin Urte Steinberg und die Politik dazu Stellung genommen. Tenor: Hermann Kunstmann und Michael Platt sprechen sich gegen die Pläne aus. „Bekanntermaßen altert die Gesellschaft in Deutschland zusehends. Von dieser Entwicklung kann sich auch die Stadt Pinneberg nicht entkoppeln. Um dieser Entwicklung zumindest teilweise entgegenzuwirken, halten wir eine Nutzung des Post-Areals für Seniorenwohnungen für nicht zweckdienlich“, argumentieren sie.  Bei den beschränkten Flächen, die in Pinneberg noch für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, sollte das Augenmerk jedoch auf Wohnbebauung für die jüngere Generation oder junge Familien gelegt werden.

Klare Worte von der Wirtschaftsgemeinschaft: „Ein Pflegeheim in der Stadtmitte lehnen wir ab. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, mehrere Pflegeheime in der Stadt zu haben.“ Weder der stationäre Handel noch die Stadt profitierten davon, da sich Personen in Pflegeheimen überwiegend in den letzten Jahren ihres Lebens befinden und somit nicht mehr zur Steigerung der Handelsumsätze beitragen. Pflegeheime erwirtschaften in der Regel keine besonders hohen Gewinne, so dass nicht mit einem großen Gewerbesteueraufkommen zu rechnen sei. „Auf die Haushaltslage der Stadt Pinneberg kann es sich sogar nachteilig auswirken, da bei prognostizierter Altersarmut die Stadt für zukünftige Pflegekosten der Heimbewohner aufkommen muss“, so der Vorstand der Wirtschaftsgemeinschaft.

Post sollte in der Stadtmitte bleiben

Bezüglich der Post halte die Wirtschaftsgemeinschaft es für zwingend erforderlich, dass sich eine Filiale in der Stadtmitte befindet. Es sei  wünschenswert, wenn die Wirtschaftsförderung, wenn nicht bereits schon geschehen, auf die Post zugehen würde, um in Erfahrung zu bringen, wie deren Planungen für die nächsten Jahre aussehen. Fakt ist: Die Post hat die Möglichkeit, den Mietvertrag um fünf Jahre zu verlängern oder zu 2018 zu kündigen. 

„Wir haben in Pinneberg einen Mietvertrag, der bis Mitte 2018 läuft. Das Ganze mit der Option einer Verlängerungsmöglichkeit. Eine Kündigung seitens des Vermieters liegt uns bislang nicht vor“, hieß es von Seiten der Post. Von daher gebe es keine Veränderungsabsichten.

Wirtschaft begrüßt Gehrstücken-Erweiterung

Unterdessen hat sich  die Wirtschaftsgemeinschaft auch zu den Plänen geäußert, das Gewerbegrundstück Gehrstücken zu erweitern. „Grundsätzlich sehen wir es für die Stadt Pinneberg als unumgänglich an, Gewerbeflächen auszuweisen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Wir begrüßen daher die Planungen im Bereich Gehrstücken, weitere Gewerbeflächen auszuweisen. Die in den Planungsunterlagen genannte Prüfung einer möglichen Arrondierung vorhandener Wohnbebauung lehnt die Wirtschaftsgemeinschaft hingegen ab.

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