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Drei Einbrüche in kurzer Zeit : Wirtin in Uetersen lebt in Angst

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unbekannte brechen den Sparkasten und Automaten in der Uetersener Gastwirtschaft König-Eck auf. Wirtin Ramona Rusche hofft auf Zeugen.

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erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Uetersen | In Ramona Rusches Kneipe hängen noch Luftschlangen von Silvester. Zum Feiern ist der Wirtin allerdings schon lange nicht mehr zumute. Ihre Kneipe König-Eck in Uetersen ist im vergangenen Jahr dreimal von Kriminellen heimgesucht worden. Ein versuchter Einbruch, zwei gelungene. Auch in Heidgraben, wo die 56-Jährige das Cambrinos betreibt, stiegen Unbekannte in ihre Kneipe ein.

Besonders dreist waren die Einbrecher in Heidgraben. Als Rusche morgens gegen 7 Uhr Anfang Juni in ihre Kneipe kam, saß dort schon ein Gast und machte sich am Sparkasten zu schaffen. Vorher hatte er bereits in Ruhe ein Bierchen getrunken, schildert die Wirtin fassungslos. Mit Beschimpfungen vertrieb Rusche den Mann. Seit zehn Jahren betreibt sie ihre Kneipe in Uetersen, neun Jahre lang passierte nichts. Zum ersten Mal versuchten Einbrecher in der Nacht des 6. Juni das Fenster aufzuhebeln. Erst am darauf folgenden Morgen sah Rusche das beschädigte Fenster. Der Einbruch missglückte.

Am 10. August gelang den Kriminellen der Einbruch. Die Tür an der Hauptverkehrsstraße wurde gegen 2.10 Uhr aufgebrochen. Die Täter brachen Automaten auf, stahlen Gegenstände und richteten insgesamt etwa 4000 Euro Schaden an. Zum letzten Mal haben Unbekannte die Wirtin am 23. Dezember heimgesucht. Mit einem Gullideckel warfen sie die Scheibe ein, stahlen Bargeld und Einnahmen des Sparclubs in Höhe von 400 Euro. Die Polizei bestätigt die Einbrüche. Sprecher Nico Möller sagt jedoch, dass die Kripo von Einzeltaten ausgeht. In keinem der Fälle wurden die Täter gefasst.

Rusche versteht nicht, warum sie so häufig Opfer der Gangster wurde. Die Wirtin hat nun aufgerüstet, hat weitere Kameras angeschafft, will die Fenster vergittern. Die Einnahmen der Kneipe lässt sie ohnehin nicht dort. „Ich denke, das ist Beschaffungskriminalität“, glaubt sie. „Die Flaschen wurden alle nicht angerührt. Es ging ihnen nur um Bargeld.“ Die Nerven der Wirtin liegen seitdem blank. „Das Schlimmste ist, dass es einem selbst so schlecht geht. Ich gehe nicht mehr allein in die Kneipe. Ich habe Angst. Zuhause verriegele ich alles. Man sieht schon fast überall jemanden stehen.“

Die Kneipe König-Eck liegt zentral in Uetersen. Wirtin Ramona Rusche hofft, dass sich noch Zeugen für die Einbrüche finden. (Foto: Plock)
Die Kneipe König-Eck liegt zentral in Uetersen. Wirtin Ramona Rusche hofft, dass sich noch Zeugen für die Einbrüche finden. (Foto: Plock)
 

Nicht nur mental, auch finanziell kann sie keinen weiteren Einbruch vertragen, so Rusche. Unter Umständen wäre das das finanzielle Aus für die Kneipe. „Das kann sich ja niemand leisten, und die Versicherung spielt irgendwann auch nicht mehr mit.“ Beim letzten Einbruch kurz vor Weihnachten hatte ein junges Mädchen die Polizei gerufen. Bei ihm würde sie sich gern bedanken.

Rusche hofft, dass sich doch noch Zeugen finden, die zum Zeitpunkt der Einbrüche etwas Ungewöhnliches bemerkt haben. Ihre Kneipe König-Eck ist mitten in der Innenstadt am Großen Sand 72. Sie hofft, dass die Sicherheitsvorkehrungen die Täter in Zukunft abschrecken. Denn eigentlich liebt sie ihre Arbeit. „Der Umgang mit Menschen macht mir Spaß. Sie zu bewirten. Dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen.“ Hinweise zu allen Fällen nimmt die Kriminalpolizei Pinneberg entgegen. Die Beamten sind unter Telefon 04101-2020 zu erreichen.

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