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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:48 Uhr

Wirklich treue Meistersinger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SHMF: King’s Singers aus England treten bereits zum sechsten Mal in Rellingen auf / Ungebrochene Popularität seit Gründungsjahr 1968

Die King’s Singers aus England sind echt treue Gesellen. Und das nicht nur gegenüber den Machern des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF), sondern auch der Gemeinde Rellingen gegenüber. Bereits zum sechsten Mal tritt das A-cappella-Ensemble in der Barockkirche an der Hauptstraße auf. Am Freitag, 1. August, erklingen ab 20 Uhr Werke von Orlando di Lasso, Felix Mendelssohn Bartholdy und schottische Volkslieder.

1965 war das entscheidende Jahr: Sechs Chor-Studenten des legendären King’s College der Universität Cambridge namens Martin Lane, Alastair Hume, Alastair Thompson, Richard Salter und Brian Kay nahmen unter dem Namen „Schola Cantorum Pro Musica Profana in Cantabridgiense“ ein erstes gemeinsames Album auf. Der 1. Mai 1968 ging in die Geschichte ein: An diesem Tag trat das Ensemble unter dem Namen King’s Singers in der Queen Elisabeth Hall (London) gemeinsam mit der Academy of St. Martin in the Fields mit Simon Preston (Orgel) und Barry Tuckwell (Horn) auf.

Seitdem gibt es offiziell 24 Mitglieder der King’s Singers. In Rellingen treten alt bekannte und neue Gesichter in den Altarraum: David Hurley (Countertenor 1, seit 1990), Paul Phoenix (Tenor, seit 1997), Christopher Gabbitas (Bariton 2, seit 2004, von links), Timothy Wayne-Wright (Coutertenor 2, seit 2009), Jonathan Howard (Bass, seit 2010) und Christopher Bruerton (Bariton 1, seit 2012).


Bruerton als erster Neuseeländer dabei


Superlative gibt es in der Historie der Meistersinger zuhauf: Erwähnt seien vor allem Alastair Hume und Simon Carrington, die als Gründungsmitglieder 25 Jahre lang Bestandteil des Ensembles waren. Und mit dem Neuseeländer Christopher Bruerton ist seit 2012 erstmals ein Mitglied dabei, das nicht aus Großbritannien stammt.

Sie singen auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Latein. Das Repertoire ist gigantisch: Mehr als 2000 verschiedene Werke und Arrangements haben sich bereits angesammelt.

Scheuklappen gibt es keine: Außer klassischen Stücken werden zeitgenössische interpretiert, stehen Arbeiten von Komponisten wie György Ligeti, Richard Rodney Bennett, Eric Whitacre, Luciano Berio, Peter Maxwell Davies, Krzysztof Penderecki, John Rutter, Tðru Takemitsu und John Tavener auf dem Programm – allesamt speziell den King’s Singers auf den Leib geschrieben haben.

Etwa 120 Konzerte gibt das Ensemble pro Jahr weltweit, vor allem in Europa, USA und Fernost. Seit einiger Zeit ist auch die Volksrepublik China in die Tourliste integriert.

Was macht die King’s Singers so außergewöhnlich? Es ist der Sound, der Mix der Stimmen: „In der Regel bestehen sechsstimmige Männerensemble britischer Prägung aus zwei Countertenören, zwei Tenören und zwei Bässen beziehungsweise statt zwei Bässen, einem Bariton und einem Bass. Die King’s Singers setzten sich stattdessen jedoch aus zwei Countertenören, einem Tenor, zwei Baritonen und einem Bass zusammen“, lautet die Erklärung der Musikwissenschaft.

Das Ergebnis ist eine größere Klangfülle in den tieferen Stimmen – das Merkmal des britischen Exportschlagers. Am 1. August erfüllt diese Klangfülle das regelmäßige Achteck der akustisch phänomenalen Barockkirche – das passt auch zusammen. Zum sechsten Mal.

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