Borstel-Hohenraden : Wird Gemeinde zur Ausweichstrecke?

Interessiert: Mehr als 200 Bürger waren bei der Einwohnerversammlung dabei.
Interessiert: Mehr als 200 Bürger waren bei der Einwohnerversammlung dabei.

Erneuerung der Quickborner Straße steht im Mittelpunkt der Einwohnerversammlung von Borstel-Hohenraden.

shz.de von
15. Januar 2015, 14:00 Uhr

Borstel-Hohenraden | Erfolgt die Erneuerung der Quickborner Straße, damit die Landesstraße zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann, wenn die A7 ausgebaut wird? Das befürchten zumindest einige Borstel-Hohenradener Bürger. Die Herrichtung der L76 stand am Dienstagabend im Mittelpunkt der Einwohnerversammlung in Borstel-Hohenraden.

Auf neun Kilometern wird die Landesstraße zwischen dem Ortseingang bei der Autobahnabfahrt Pinneberg-Nord und Quickborn abschnittsweise asphaltiert.

Mehr als 200 Bürger waren in die Johannes-Schneider-Halle gekommen. Sie wollten vor allem wissen, mit welchen Belastungen die Straßenbauarbeiten verbunden sind – und was dem Dorf nach dem Ende der Bauarbeiten drohen könnte. Sie bekamen jedoch nur wenige Antworten. Zwar war mit Iris Dautwiz eine Vertreterin des zuständigen Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) bei der Versammlung dabei. Die betonte jedoch, dass die Detailplanung noch nicht beendet sei und sie fast täglich neue Informationen bekomme. Immerhin ist klar, dass die Maßnahme im Juni beginnt und 2015 voraussichtlich nur in Borstel-Hohenraden erfolgen wird. Dort soll im Oktober alles fertig sein. Der Quickborner L  76-Abschnitt ist wohl erst 2016 an der Reihe. „Die Bauarbeiten werden für uns mit gewissen Einschränkungen verbunden sein“, betonte Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU).

Über Einzelheiten will der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr die Bürger im März auf einer weiteren Einwohnerversammlung informieren. Auf die Frage, ob die L76 nur als A7-Ausweichstrecke hergerichtet wird, wird es laut Dautwiz aber auch dann wohl keine Antwort geben. Die liegt für einige Borstel-Hohenradener ohnehin auf der Hand. Schließlich falle auf, dass die Landestraße plötzlich so schnell saniert werde, obwohl andere Straßen in einem wesentlich schlechteren Zustand seien.

 

Ein weiteres Thema der Versammlung war der Kauf eines Mehrfamilienhauses an der Quickborner Straße in der Nähe des Ortseingangs, nicht weit von der Autobahnabfahrt entfernt. Die Gemeinde gibt für Erwerb und Umbau des Gebäudes etwa 450.000 Euro aus. Das Haus wird ab März vom Amt Pinnau als Flüchtlingsunterkunft genutzt und bietet 15 bis 20 Asylbewerbern Platz. Das Amt mietet die Räume dafür von der Gemeinde. Rahn freut sich, dass die Flüchtlingshilfe von fast allen Bürgern positiv aufgenommen worden sei. Kirche, Sportverein, Landfrauen, Feuerwehr, DRK – alle hätten ihre Unterstützung angeboten. „Diese tolle Resonanz hat mich berührt und stolz gemacht“, sagte der Bürgermeister. Derzeit kümmert sich das Amt Pinnau um 48 Asylbewerber. Bis zum Ende des Jahres werden es voraussichtlich 80 sein.

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