Kreis Pinneberg skeptisch gegenüber Vorschlag : Wird die Buslinie 594 ausgebremst?

Die Brücke über die Pinnau ist in ihrer Tragfähigkeit eingeschränkt. Ein bis zwei Busfahrten je Stunde wurden bisher für noch vertretbar gehalten.
Die Brücke über die Pinnau ist in ihrer Tragfähigkeit eingeschränkt. Ein bis zwei Busfahrten je Stunde wurden bisher für noch vertretbar gehalten.

Initiativgruppe Flensburger Straße für neue Streckenführung ins Gewerbegebiet.

von
29. Juni 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Wer jetzt einen Abstecher ins Gewerbegebiet an der Flensburger Straße in Pinneberg macht, traut seinen Augen nicht. Es gibt dort keinen Leerstand mehr. Das bestätigte auch Wirtschaftsförderer Stefan Krappa auf Anfrage. Auch die ehemaligen Geschäftsräume von Expert Bening sind vermietet. Gleich zwei Unternehmen mit Onlinehandel sind dort eingezogen.

Doch nun droht Unbill. Wie berichtet, soll die Buslinie 594 nicht mehr über die Bismarckstraße das Gewerbegebiet anfahren. Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt steht vor dem Aus, obwohl die Fahrgastzahlen passabel sind. Vor allem im Bereich Pinnau-Brücke bis Friedrich-Ebert-Straße seien bauliche Probleme aufgetaucht, so die Stadt. Die Initiativgruppe Flensburger Straße hatte deshalb in der vergangenen Woche eine neue Streckenführung in das Gewerbegebiet vorgeschlagen.

Kommender Fahrplanwechsel

Aus Sicht der Stadtverwaltung und der Initiativgruppe Flensburger Straße wird eine zum kommenden Fahrplanwechsel schon umsetzbare Alternative darin gesehen, den Bus über die Haderslebener und Flensburger Straße in beiden Richtungen zu führen. Aber: Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Kreissprecher Oliver Carstens, „dass der Kreis die alternative Streckenführung nach einer Kosten-Nutzen-Analyse sehr skeptisch betrachtet“. Die Kreisverwaltung werde das Thema aber in eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr des Kreises Pinneberg einbringen.

Hintergrund: Zwar haben die Mitglieder der Initiativgruppe ihre Bereitschaft erklärt, sich mit wahrscheinlich 20 000 Euro pro Jahr langfristig an etwaigen Mehrkosten zu beteiligen, doch der Kreis Pinneberg wäre mit mehr als 60 000 Euro pro Jahr mit dabei.

Pro neue Streckenführung

Die Befürworter werben dennoch für eine neue Streckenführung: „Die Flensburger Straße braucht langfristig die Busanbindung. Das wichtige Gewerbegebiet muss für Kunden, Fachkräfte sowie Auszubildende über den ÖPNV erreichbar sein“, sagt Wirtschaftsförderer Krappa. Auch die dauerhafte Anbindung an die Innenstadt, die nur 1500 Meter entfernt liegt, sei wichtig. „Es muss jetzt schnell die optimale neue Route ausgearbeitet und die Finanzierung geklärt werden.“

Dr. Kerstin Schulenburg, Sprecherin der Initiative, erklärt: „Im Vertrauen auf eine langfristige Lösung haben wir uns als Eigentümer an den Investitionskosten beteiligt und die Betriebskosten im ersten Jahr auf der bisher befahrenen Route mitgetragen. Wenn es jetzt keine Lösung gibt, war dieses Engagement umsonst“, sagt sie. Es sei enttäuschend, dass die Weiterfahrt auf der bisherigen Ausfädelung nicht mehr möglich sein solle. Eine optimale Lösung wäre aus ihrer Sicht als Wirtschaftsvertreter, dass der Bus über die Friedenstraße die Elmshorner Straße anfahren kann. „Wir appellieren an die Kommunalpolitik, die für die Straßenöffnung nötigen Voraussetzungen zu schaffen“, sagt sie.

Positive Entwicklung

Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg setzt sich für eine Anbindung des Gewerbegebiets ein: „Das finanzielle Engagement der örtlichen Betriebe ist vorbildlich und erste positive Entwicklungen wie die Ansiedlung von planungsbetroffenen Betrieben vom Ilo-Gelände und die übergangsweise Nutzung des ehemaligen Straßenverkehrsamtes als Kindertagesstätte sind hier zu nennen.“

Der Ausschuss für Stadtentwicklung soll den Appell an den Kreis für die Kostenübernahme unterstützen. Beraten wird das am Dienstag, 3. Juli. Beginn im Rathaus, Bismarckstraße in Pinneberg, ist um 18.30 Uhr.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen