GreenGym : Wird der Rosengarten zum Fitnessstudio?

Das Konzept wird im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen vorgestellt.
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Das Konzept wird im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen vorgestellt.

Das Gartenprojekt GreenGym verbindet Gymnastik und Gartenarbeit und könnte – nach Hamburg – nun erstmals im Kreis Pinneberg umgesetzt werden.

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23. März 2017, 14:00 Uhr

Pinneberg | Wenn Gymnastik und Gartenarbeit eine Symbiose eingehen, nennt sich das GreenGym. Und das Fitnessstudio im Grünen könnte es schon bald in Pinneberg geben. Norbert Nähr stellt das Projekt heute Abend im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen vor. Nähr selbst ist sportlich, gern im Grünen und hat das Projekt 2013 in Hamburg initiiert. „Mit GreenGym tut man etwas für das Gemeinwohl und für sich selbst“, sagt der 50-Jährige überzeugt. Auf das Konzept aus England wurde er durch einen Fernsehbeitrag aufmerksam.

„Mit GreenGym tut man etwas für das Gemeinwohl und für sich selbst“, sagt Norbert Nähr, Vorsitzender von Heilende Stadt e.V..

„Mit GreenGym tut man etwas für das Gemeinwohl und für sich selbst“, sagt Norbert Nähr, Vorsitzender von Heilende Stadt e.V..

Mittlerweile ist sein sich in Gründung befindender Verein Heilende Stadt Lizenzträger für GreenGyms in Deutschland. Am Vereinsstandort in Hamburg sind in den vergangenen vier Jahren vier GreenGyms entstanden. Die Umsetzung in Pinneberg wäre die erste außerhalb der Hansestadt. Die Treffen zum Training in Stadtparks dauern drei Stunden, sind kostenlos und für jeden offen. Unter Anleitung beginnen und enden sie mit Achtsamkeits- und Dehnübungen. Knapp eine Stunde lang wird dann gegärtnert. Gemeinsam werden Stauden oder Sträucher eingepflanzt und Beete gepflegt. Für die Pause bringt jeder Selbstverpflegung mit. Danach wird noch einmal knapp eine Stunde der Boden beackert. „Die drei Stunden in der Natur bedeuten auch Erholung und Entspannung für die Teilnehmer. Und das mehr als wenn man nur schnell durch den Park joggt“, sagt Nähr.

In Hamburg unterstützt das Bezirksamt Mitte die Gymnastikgärtner. Sie sollen aber die städtische Parkpflege nicht ersetzen. Nähr betont, dass „GreenGym ausschließlich zusätzliche Parkpflege leistet, die bislang nicht geleistet wurde“. Alle Tätigkeiten seien mit der Parkverwaltung abgestimmt. Profitieren könnte die Stadt Pinneberg trotzdem durch die Arbeit der Fitnessgärtner. „Das Gärtnern verbindet Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Schichten.“ Ziel sei es außerdem, die Wertschätzung für öffentliches Grün in der Bevölkerung zu wecken.

Wenn die Pinneberger Politik heute Abend dem Beschlussvorschlag zustimmt, könnte eine Auftaktveranstaltung im Rosengarten bereits im April stattfinden. „Ab Mitte Mai könnten wir dann wöchentlich Termine anbieten“, sagt Nähr. Eine nicht denkmalgeschützte Fläche im Rosengarten wäre dann für die Fitnessgärtner vorgesehen. Kosten würde GreenGym 2017 13.000 Euro, im Jahr darauf 10  856 Euro. Zunächst müssten unter anderem Gartengeräte angeschafft und Trainerstunden finanziert werden – nach zwei Jahren soll sich das Projekt selbst tragen. Die Teilnehmer werden als Trainer angelernt, sollen ihr Wissen weitergeben. „Dann könnten sie das Projekt auch in anderen Grünanlagen fortführen“, sagt Nähr.

Der gemeinnützige Träger Heilende Stadt bietet gesundheitsfördernde Projekte und Angebote, die Naturverbindung, Gemeinschaftsbildung und bürgerschaftliches Engagement in öffentlichen Parks und Grünanlagen ermöglichen sowie die Achtsamkeit, Körpererfahrung und seelische Stärke fördern sollen. Außerdem sollen die Tier- und Pflanzenwelt in die Stadt integriert und der Zyklus der vier Jahreszeiten in Städten erfahrbar gemacht werden. Weitere Infos gibt es online.
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