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Kiel verbietet Gewerbegebiet : Wird Appens Entwicklung blockiert?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Erweiterung des Gewerbegebiets sorgt für Diskussionen. Die Landesplanungsbehörde meldet Bedenken zum Vorhaben an.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Appen | Die Gemeinde braucht Einnahmen, Betriebe brauchen Flächen. Die stehen direkt neben einem bestehenden Gewerbegebiet ausreichend zur Verfügung. Deswegen erscheinen die Appener Pläne durchaus sinnvoll, das Gewerbegebiet Hasenkamp um ein Drittel zu vergrößern. Das sieht die Kieler Landesplanungsbehörde jedoch offenbar anders. Sie meldet Bedenken gegen das Vorhaben an – und stößt damit in Appen auf absolutes Unverständnis.

„Die Argumente aus Kiel sind beim besten Willen nicht nachzuvollziehen“, sagt Heidrun Osterhoff (FDP). Die Behörde kritisiere unter anderem Größe und Lage des Gewerbegebiets. Um rund 34.000 Quadratmeter will die Gemeinde dieses erweitern. Davon können 24.800 Quadratmeter von Betrieben genutzt werden. 15 Unternehmen haben bereits Interesse an einer Ansiedlung bekundet. Ihnen sollen Grundstücke angeboten werden, die zwischen 1500 und 4500 Quadratmetern groß sind. Osterhoff wundert sich auch, dass das Land eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen im Rahmen des Stadt-Umland-Konzeptes (SUK) wünscht. „Diese Kooperation existiert gar nicht mehr“, erklärt die FDP-Politikerin. Die Bedenken der Landesplanung deuten nach ihrer Auffassung eher darauf hin, dass Kiel sich mit den Gegebenheiten vor Ort nicht ausreichend beschäftigt habe. Die Erweiterung des Gewerbegebiets ist aus Osterhoffs Sicht zwingend erforderlich. „Sonst können wir unseren einheimischen Betrieben keine Erweiterungsperspektiven bieten“, sagt die Vorsitzende des Appener Bauausschusses. Alternativflächen stünden nicht zur Verfügung.

Auch Hans-Peter Lütje (CDU) ist sauer auf die Landesplanung. „Uns werden Knüppel zwischen die Beine geworfen, obwohl es im Kreis zu wenig Gewerbeflächen gibt“, ärgert sich der CDU-Fraktionsvorsitzende. Das passe nicht zusammen. Zudem biete die Erweiterung am Hasenkamp Möglichkeiten, zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren. Darauf könne Appen nicht verzichten.

Lütje befürchtet, dass die ablehnende Haltung der Landesplanung die Entwicklung der Gemeinde blockiert. SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Lorenzen geht davon aus, dass der Behörde nicht alle Infos vorliegen. Anders könne er sich die ablehnende Haltung nicht erklären.

Lorenzen setzt darauf, dass das Informationsdefizit am 12. Mai behoben wird. Dann wollen sich Vertreter des Landes vor Ort über die geplante Erweiterung informieren.

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