Die Macher des Familientags 2019 : „Wir wollen ein Vorbild sein”

Ingo Waschkau (links), Geschäftsführer des Kreisjugendrings, und „Appen musiziert“-Macher Rolf Heidenberger.
Ingo Waschkau (links), Geschäftsführer des Kreisjugendrings, und „Appen musiziert“-Macher Rolf Heidenberger.

Rolf Heidenberger und Ingo Waschkau sprechen im Interview über die Organisation des Familientags 2019.

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25. August 2019, 14:00 Uhr

Appen | In Appen wird am Sonntag, 8. September, von 10.30 bis 17.30 Uhr gefeiert. Etwa 30.000 Menschen werden beim Familientag auf dem Sportgelände des TuS erwartet. Für den Spielmannszug der Feuerwehr Appen ist die Veranstaltung der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen.

Der Spielmannszug richtet den Familientag gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden des Kreisjugendrings (KJR) aus. Der A. Beig-Verlag, in dem unter anderem diese Zeitung erscheint, ist als Medienpartner mit im Boot. Im Interview mit Lars Zimmermann sprechen „Appen musiziert“-Macher Rolf Heidenberger und KJR-Geschäftsführer Ingo Waschkau über die Organisation der Mega-Veranstaltung.

Wie lange sind Sie schon mit der Organisation beschäftigt?
Ingo Waschkau: Wir als KJR arbeiten mit Haupt- und Ehrenamt seit fast einem Jahr an der Organisation des Familientags.
Rolf Heidenberger: Die Idee ist aber schon früher entstanden. Der Spielmannszug hat bereits Anfang 2018 beschlossen, im Jubiläumsjahr 2019 eine große Feier auszurichten. Einige Monate später kam dann der Kreisjugendring hinzu. Unsere Zusammenarbeit hat sich schon 2015 bei „Appen musiziert“ und 2017 beim Familientag in Tornesch bewährt.

Wie ist die Idee entstanden, einen Familientag für alle Generationen anzubieten?
Heidenberger: Die Idee ist 2016 beim Tannenbaumschlagen des A. Beig-Verlags entstanden, als ich mit Kreiswehrführer Frank Homrich über eine Veranstaltung zum 125-jährigen Bestehen des Kreisfeuerwehrverbands diskutierte. Da Ingo Waschkau auch vor Ort war, wurde dort die Grundlage für den Familientag geschaffen. Deshalb passt es hervorragend, dass der A. Beig-Verlag als Medienpartner mit im Boot ist.

Was bereitet an der Organisation einer solchen Veranstaltung besondere Freude?
Waschkau: Das Engagement und die Begeisterung der vielen Helfer. Jeder gibt sein Bestes und bringt sich und seine Fähigkeiten ein. Ich finde es toll, die verschiedenen Ideen zusammenzuführen.
Heidenberger: Der Grundstein liegt bei mir schon Jahrzehnte zurück, als ich in Appen mit der Organisation von Dorffesten begonnen habe. Um solche Großveranstaltungen zu managen, muss man leistungsbereit und idealistisch sein. Der Erfolg kommt mit dem Spaß am Organisieren. Wenn einem etwas Freude bereitet, ist man zu gigantischen Leistungen fähig.

Was ist das Geheimnis des Erfolgs?
Waschkau: Das Netzwerk des Kreisjugendrings und von Rolf Heidenberger. Am 8.  September bringen wir alle zusammen, mit denen wir zu tun haben.
Heidenberger: Kompetenz und Professionalität. Wichtig ist zudem, dass uns unsere Partner vertrauen. Sie wissen, dass sie sich auf den Kreisjugendring und mich verlassen können. Aufgrund unserer zahlreichen Kontakte ist in Appen einiges möglich. Das hat „Appen musiziert“ gezeigt. Dadurch wurden Appen, die Feuerwehr und der Spielmannszug bundesweit bekannt.

Viele Jahre „Appen musiziert“, nun der Familientag. Warum finden so viele Großveranstaltungen in Appen statt?
Heidenberger: Wir verdanken der Gemeinde Appen mit Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak an der Spitze sehr viel. Das gilt auch für den TuS Appen, der uns sein Gelände zur Verfügung stellt. Der Einsatz des Bauhofs ist ebenfalls alles andere als selbstverständlich.
Waschkau: Die Unterstützung in der Gemeinde ist einfach fantastisch. Ich glaube, dass wir nirgendwo bessere Voraussetzungen finden würden. Die Organisation einer solchen Veranstaltung funktioniert nur, wenn man nicht von Bedenkenträgern umgeben ist. Man muss an einem Strang ziehen und sich gegenseitig motivieren. Das ist in Appen der Fall.

Ist es schwierig, solche Großveranstaltungen auf die Beine zu stellen?
Waschkau: Die Auflagen und die Erfordernisse an Sicherheit und Ordnung sind riesig. Sie lassen sich aber noch mit diesem Organisationsteam bewältigen. Auch, weil in Appen nach Lösungen gesucht wird und nicht im Vordergrund steht, etwas zu verhindern.
Heidenberger: Ein Beispiel dafür ist das Sicherheitskonzept. Wir haben vor dem Beginn der Planungen alle zuständigen Behörden an den Tisch geholt. Dort habe ich ein aufgrund meiner Erfahrungen selbst erstelltes Sicherheitskonzept vorgestellt. Dieses wurde von den Behörden sofort akzeptiert. So haben Gemeinde und Amt viel Geld gespart. Ich stelle das Konzept auch den anderen Amtsgemeinden kostenlos zur Verfügung.

Worauf freuen Sie sich am 8. September besonders?
Heidenberger: Auf den großen Erfolg, viele Besucher, glückliche Familien und zufriedene Aussteller.
Waschkau: Auf ein generationsübergreifendes Fest mit Spaß für Jung und Alt. Bisher haben wir einen Plan vorliegen. Ich freue mich darauf zu sehen, wie dieser mit Leben erfüllt wird und Vereine mit tausenden von Besuchern in Kontakt kommen werden.

Was überwiegt am Veranstaltungstag – die Anspannung oder die Freude?
Heidenberger: Die Anspannung fällt bei mir ab, wenn ich morgens aus dem Fenster schaue und das Wetter schön ist.
Waschkau: Das geht mir genauso. Vor Ort ist es wichtig, dass wir an verschiedenen Orten präsent sind. Empfang und Einweisung der Aktionsgruppen, Spendenübergaben, Treffen mit den Ehrengästen – der Ablauf wird schon vorher festgelegt.
Heidenberger: Moderation, das Programm auf der Bühne - es ist alles minutiös geplant.
Waschkau: Dabei werden wir aber nicht vergessen, denen unsere Wertschätzung zu zeigen, die ihre Freizeit opfern, um mit uns den Familientag auf die Beine zu stellen.

Der Familientag steht im Zeichen der CO²-Optimierung. Wie kam es dazu?
Waschkau: Wir haben uns als KJR schon mit dem Thema CO²-Optimierung im Kontext von BNE, Bildung für nachhaltige Entwicklung, beschäftigt, als es in der Öffentlichkeit noch gar nicht so sehr im Blickpunkt stand. Einerseits, weil es uns am Herzen liegt und wir dieses Thema leben. Aber auch, weil wir überlegt haben, wie wir den Familientag noch attraktiver gestalten können.
Heidenberger: Als Veranstalter muss man eine Nase für Trends haben. Es reicht nicht, immer das Gleiche anzubieten. Wir setzen viele neue Akzente. Dazu gehört auch der Klimaschutz. Bisher hat sich noch kein Organisator getraut, sich bei einer Großveranstaltung mit dem Thema CO²-Optimierung zu beschäftigen. Wir haben den Mut, uns prüfen zu lassen und haben uns mit der Nordkirche professionelle Unterstützung ins Boot geholt.
Waschkau: Damit wollen wir Vorbild für andere Veranstaltungen sein und zeigen, dass es möglich ist, CO²-optimierte Veranstaltungen auszurichten. Schließlich geht es am 8. September nicht nur um einen tollen Tag, sondern auch um Nachhaltigkeit.

Sie haben schon bei mehreren Veranstaltungen zusammengearbeitet. Was schätzen Sie an dem anderen?
Heidenberger: Von meiner Seite herrscht absolutes Vertrauen. Dazu beeindruckt mich seine Kompetenz. Wir sind beide positiv Verrückte, die auch am Wochenende oder im Urlaub arbeiten. Eine solche Veranstaltung kann man nur gemeinsam auf die Beine stellen, wenn man sich mag und schätzt.
Waschkau: Vertrauen, Respekt – unsere Zusammenarbeit funktioniert in einer einzigartigen Weise. Rolf Heidenbergers große Stärke ist, dass er ein riesengroßes Netzwerk hat und entscheidungsfähig ist. Wir stimmen die Themen gemeinsam ab und dann werden Entscheidungen getroffen, die Bestand haben.

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