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Das Sonntagsgespräch : „Wir wollen die Geschichte des Rosengarten aufarbeiten“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Joachim-Ulrich Haß, Vorsitzender des Freundeskreis Rosengarten.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 16:03 Uhr

Pinneberg | Pinneberg Joachim-Ulrich Haß ist Vorsitzender des Pinneberg Freundeskreises Rosengarten. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, welche Bedeutung die Parkanlage im Fahlt für die Stadt hat.

Wie sieht die Arbeit des Freundeskreises Rosengarten aus?
Wir sind im Rosengarten für Naturschutz und Landschaftspflege zuständig. Auch Bildung und Kultur haben wir uns auf die Fahnen geschrieben. So wollen wir die Menschen über die Geschichte des Rosengartens informieren. Dazu trägt unter anderem eine Veranstaltung wie der Rosen- und Pflanzenmarkt bei.

Was macht den besonderen Charme des Markts aus, der tausende Besucher anlockt?
Der erste Markt war 2009 noch in der Innenstadt, weil wir befürchteten, dass in den Rosengarten keine Besucher kommen. Das umfangreiche Angebot mit Pflanzen, Kunstwerken, Schmuck und vielem mehr zieht aber offensichtlich viele Menschen an. Überhaupt versuchen wir mit Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen auf den Rosengarten aufmerksam zu machen. Ein großer Erfolg für uns war, dass die Parkanlage 2013 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Welche Ziele hat der Verein?
Unser Hauptanliegen war von Anfang an, den Rosengarten bekannter zu machen. Selbst von der Pinneberger Bevölkerung wurde die Parkanlage lange Zeit kaum registriert. Wenn man am Bahnhof einen Taxifahrer fragte, wie man zum Rosengarten kommt, konnte der das nicht beantworten. Um das zu ändern, haben wir dafür gesorgt, dass an den wichtigen Straßen Hinweisschilder mit unserem Logo aufgestellt wurden. Dazu haben wir vom Hallenbad über die Brücke kommend ein Südtor geschaffen, so dass man auch von der Seite direkt in den Rosengarten gelangt. Dessen Geschichte und Hinweise auf Veranstaltungen stehen auf Informationstafeln.

Wie wichtig ist der Rosengarten für Pinneberg?
Er ist ein historischer Ort, der erstellt wurde, um Rosen zu vermarkten. Die Aufarbeitung dieser faszinierenden Geschichte ist ebenfalls eines unserer zentralen Anliegen. Die Recherche hat Joachim Malecki übernommen, der ein Buch zu diesem Thema herausgebracht hat, das im Handel erhältlich ist. Der Rosenzüchter und Rosenanbauer Gustav Strobel legte zusammen mit dem Architekten Klaus Groth 1931 einen ersten Entwurf für den Rosengarten und eine Ausstellungshalle vor. Bereits 1935 wurde der erste Pinneberger Rosengarten seiner Bestimmung übergeben. 1941 wurde die gesamte Anlage aber bis auf wenige Reste geschliffen. Erst 1949 entstand der zweite Rosengarten. Der hatte nun nicht mehr die Aufgabe eines Schaugartens, sondern sollte der neue Stadtpark für Pinneberg werden. Der Freundeskreis kümmert sich seit 2009 um die Parkanlage.

Wie kam es zur Gründung des Freundeskreises?
Anlass war der Hilferuf der Stadtverwaltung. Die konnte die Gartenanlage aufgrund der finanziellen Probleme der Stadt nur verwalten, hatte aber keine Möglichkeiten für Erneuerungen oder umfangreiche Renovierungen. Wir sind allerdings nur ehrenamtlich tätig. Die Liegenschaft gehört weiter der Stadt.

Was bedeutet Ihnen persönlich der Rosengarten?
Er ist schon etwas ganz Besonderes. Ich bin ja Landschaftsarchitekt und habe mich deshalb auch mit Pflanzen beschäftigt. Rosen mochte ich schon immer gern. Die waren aber während meiner beruflichen Tätigkeit verpönt, weil die Pflege zu intensiv war. Deshalb ist es umso schöner, dass die aus meinem Kopf schon fast verschwundenen Rosen nun wieder präsent sind.

Joachim-Ulrich Haß (70) ist seit der Gründung des Freundeskreises Rosengarten im Jahr 2009 dessen Vorsitzender. Der Landschaftsarchitekt ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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