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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 00:59 Uhr

Pinneberg : Wir sind Pinnebergs Vorleser

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Projekt Mentor: Ehrenamtliche engagieren sich in ihrer Freizeit für die Leseförderung. Weitere Helfer dringend gesucht.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Sie lesen vor. Sie spielen. Einmal wöchentlich. Mit Kindern, die nicht ihre eigenen sind. Im Projekt Mentor engagieren sich Pinneberger für die Bildung. Ehrenamtlich. Susan Burmester, die das ursprünglich in Hannover entstandene Konzept gemeinsam mit Bürgervorsteherin Natalina Boenigk in der Kreisstadt umsetzte, sucht jetzt weitere Mentoren. Das Projekt soll wachsen.

Wir treffen uns mit Pinnebergern, die schon länger dabei sind. Dirk Dreisach ist einer von ihnen. Und bislang der einzige Mann unter den Mentoren. Dreisach betreut den zehnjährigen Alex. Einmal wöchentlich kommt er in die Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGs) an der Richard-Köhn-Straße, um nach der Schulzeit eine Stunde mit dem Jungen zu verbringen. „Ich bin vom ersten Tag an angenommen worden“, sagt der Mentor. „Das ist ein unheimlich wissbegieriges Kind, wir haben viel Spaß zusammen.“

Unterstützt wird das Projekt Mentor vom Verein Pinneberger Kinder. Schließlich müssen Bücher und Spiele gekauft werden. Burmester ist Chefin des Vereins. Und sie ist selbst als Vorleserin unterwegs. „Meine eigenen Kinder sind aus dem Haus“, sagt sie. Eine Stunde in der Woche aufzuwenden – das sei kein Problem. Von „geopferter Zeit“ mag sie dabei nicht sprechen: „Es macht einfach unheimlich viel Spaß.“

Aktuell werden an der Grund- und Gemeinschaftsschule vier Jungs und drei Mädchen von Mentoren begleitet. An der Helene-Lange-Schule sind acht Vorleser im Einsatz. Auch an der Hans-Claussen-Schule findet das Konzept Anwendung. Kinderbücher kommen ebenso zum Einsatz wie die Kinderseite im Pinneberger Tageblatt. Und wenn es mal entspannter zugehen soll, wird eben gemeinsam Monopoly oder Uno gespielt.

Mentoren verpflichten sich für 40 Stunden im Jahr. Bei der Auswahl der Kinder, die betreut werden, verlässt sich Burmester auf das Urteil von Lehrerinnen und Lehrern. Das Projekt ist eine große Stütze für uns“, sagt Birthe Schütte, die an der GuGs eine vierte Klasse unterrichtet. „Die feste Bezugsperson tut gut, viele Kinder werden gelassener“, sagt sie.

Im Kreis Pinneberg sind insgesamt 120 Mentoren unterwegs. An 22 Schulen fördern und fordern sie die ihnen anvertrauten Jungen und Mädchen. Der Einstieg erfolgt in der Regen, wenn die Kinder in der dritten Klasse sind. Das Motto des vom Bundesministerium für Bildungs und Forschung ausgezeichneten Konzepts lautet Bildung durch Bindung. Bundesweit gibt es etwa 50 Mentor-vereine. Sie bieten Schulungen und Fortbildungen an. Burmester hofft, dass sich weitere Ehrenamtliche finden, die bereit sind, Kindern künftig etwas Zeit zu schenken – und dabei auch etwas für sich mitzunehmen. „Gern auch Männer“ sagt sie. Wer als Mentor an die Schulen gehen will, der nimmt unter der Rufnummer (01 72) 515 20 60 Kontakt mit ihr auf. Nähere Informationen gibt es auch bei Klaus Focke, der unter der Rufnummer (0 41 01) 37 32 09 zu erreichen ist.

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