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FDP-Neujahrsempfang : „Wir sind auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Beim Neujahrsempfang der Kreis-FDP im Restaurant Campana in Prisdorf ging es vor allem um die Aufarbeitung der Wahlniederlagen im vergangenen Jahr. Gastredner waren Bernd Buchholz, stellvertretender Landesvorsitzender der Partei, und Katja Suding, Hamburger FDP-Fraktionschefin.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der Neujahrsempfang der Kreis Pinneberger FDP im Restaurant Campana in Prisdorf war eine Achternbahnfahrt der Gefühle. Im Mittelpunkt stand die verlorene Bundestagswahl, gleichzeitig aber auch der Blick in die Zukunft. Die Botschaft des Abends: Die liberale Partei wird trotz des Status’ einer außerparlamentarische Opposition („APO“) gebraucht.

Kreis-FDP-Chef Günther Hildebrandt befürchtete, dass sich nach den Ergebnissen der Bundestagswahl (4,8 Prozent) und der Kommunalwahl (5 Prozent) die Besucherzahl des Empfangs in Grenzen halten würde – doch er wurde eines Besseren belehrt. Der Saal des Campanas war gut gefüllt, die Mitglieder waren bester Laune. Die FDP sei nach der Kommunalwahl im vergangenen Mai auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt, so Hildebrand, der selbst Bürgermeister in Ellerbek ist. „Obwohl von der Basis gut gearbeitet wurde, gab es eine Klatsche – da ist man ernüchtert“, sagte er. Das Problem: Die Kreis-Partei wurde für die Stimmung im Bund in „Sippenhaft“ genommen. „Mein Wunsch ist es, dass der Wähler näher hinschaut und differenziert“, sagte Hildebrand. Das Bundestagswahlergebnis trage dazu bei, dass sich die Partei nun selbst finden müsse. „Es braucht ein unverwechselbares liberales Profil – und die FDP wird die einzige Partei sein, die dafür steht“, so der Kreischef.

Einer der Gastredner an diesem Abend war Bernd Buchholz, stellvertretender Landesvorsitzender der Partei. Der Ex-Chef des Hamburger Verlags „Gruner + Jahr“ betonte, dass sich die Politik mit Dingen beschäftigen solle, die gelöst werden müssen – dazu gehöre die Pkw-Maut von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt nicht: „Dieser arme Mann löst ein Problem, dass wir nicht hatten.“ Dafür erntete er Beifall der Liberalen. Die Energiewende bezeichnete Buchholz als Planwirtschaft, stattdessen solle es einen freien Preiswettbewerb der Energiekonzerne geben.

Ebenfalls zu Gast: Katja Suding, Hamburger FDP-Fraktionschefin. „Die Rückkehr in den Bundestag im Jahr 2017 wird kein Spaziergang“, stellte die 38-Jährige klar. In diesem Jahr kämpft die FDP bei Europawahl, drei Landtagswahlen und elf Kommunalwahlen um die Wählergunst. „Es muss uns klar sein, dass es weitere Rückschläge geben kann. Wir dürfen uns aber nicht beirren lassen, unser Ziel, in die Bundespolitik zurückzukehren, zu erreichen“, so Suding. Sie kritisierte in ihrer Rede vor allem die Arbeit der großen Koalition in Berlin: „In Deutschland erlebt die Spendierhose derzeit eine Renaissance. Mehr als 23 Milliarden Euro werden in den kommenden vier Jahren zusätzlich ausgegeben“, sagt Suding. Diese rückwärtsgewandte Politik belaste vor allem kommende Generationen. Suding sparte auch nicht mit Kritik an den Plänen zu Energiepolitik und Mindestlohn.

Zum Abschluss des offiziellen Teils ging traditionell das Spendenschwein rum. Dieses Mal wurde für die Elmshorner Raboisenschule gesammelt. Diese plant die Umgestaltung ihres Schulgeländes.

Ehrungen

Während des FDP-Neujahrsempfangs in Prisdorf gab es einige  Ehrungen  langjähriger Parteimitglieder:

- Gerd Pein: Der 89-jährige Appener ist bereits seit 60 Jahren Mitglied der FDP. Der ehemalige Geschäftsinhaber ist unter anderem Gründungsmitglied des FDP-Ortsvereins und des TuS-Appen. Außerdem war Pein früher Gemeindevertreter, Fußballer und Schiedsrichter in Appen.

Außerdem wurden geehrt:

- Bärbel Pein (Appen): 40 Jahre

- Horst Stahl (Quickborn): 40Jahre

- Dieter Köb (Wedel): 40 Jahre

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