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Bönningstedt : „Wir opfern nicht den Breitensport“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bönningstedter SV Rugenbergen möchte „Amtsplatz“ mit Kunstrasen ausstatten.

„Wir tagen seit zweieinhalb Jahren. Nicht weil wir so selten zusammensitzen, sondern weil wir in dem ganzen Thema nicht weiterkommen“, machte Bernd Fiedler aus der Fußballabteilung des SV Rugenbergen seinem Unmut Luft. Auf der Gemeinderatssitzung setzte er sich zusammen mit Nachwuchs-Koordinator Oliver Mertins für die Umwandlung eines Rasen- in einen Kunstrasenplatz ein.

Allerdings wird dieser auch von der Schule genutzt, sodass verschiedene Gremien für die Fläche verantwortlich sind. „Wir wollen gerne einen Ansprechpartner, der sich um den Amtsplatz kümmert“, so Mertins. Seine Anfrage an Schulleiterin Maike Hinrichsen sei unbeantwortet geblieben.

„Wir haben drei Vorschläge erhalten, aber der vierte, den wir gemacht haben, fehlte“, sagte die Rektorin der Gemeinschaftsschule Rugenbergen und ergänzte: „Es ist kein ordentliches Gebaren, wenn unser eigener Vorschlag fehlt. Die Schule Rugenbergen ist derzeit vergrätzt.“

Vor den Sommerferien hätte der SV Rugenbergen drei Ideen auf der Fachkonferenz mit zwölf Sportlehrern vorgestellt. Das Urteil: Die Leichtathletikanlagen dürften nicht verloren gehen. „Wir opfern nicht den Breitensport für eine Sportart“, machte Hinrichsen deutlich. 400-Meter-Bahn, Weit- und Hochsprungbereich müssten erhalten bleiben. „Wir als Schule brauchen keinen Kunstrasenplatz“, resümierte die Schulleiterin.

„Es ist schön, dass es beim SV Rugenbergen eine Arbeitsgruppe gibt, die sich mit dem Thema beschäftigt. Schade ist, dass sie zweieinhalb Jahre über den falschen Platz beraten haben“, sagte Rolf Lammert, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Er schlug vor, eine Kunstrasenfläche an den Bürgerstuben zu planen. Denn der „Amtsplatz“ bleibe bei der Schule.

Zudem fehle das Geld: „Solange wir kein Plus in der Kasse haben, dürfen wir nur Kinder- und Jugendsport unterstützen.“ Sein Appell: „Lassen Sie von diesem Platz die Finger.“ Diesen Rat sprach auch Willi Werner (Bürger für Bönningstedt) aus: „Versucht es mit einem anderen Platz. Dann geht es schneller.“

Lammert kritisierte allerdings auch die Position der Schule: „Für mich ist unerklärlich, dass sie sich so wenig beweglich zeigen. Ich bin auch sehr verärgert darüber, wie der Sachverhalt von ihnen dargestellt wurde.“ Die Schule profitiere auch vom Sportverein und daher habe in der Vergangenheit gegolten: Eine Hand wäscht die andere.“

Das ließ Hinrichsen nicht auf sich sitzen: „Ich verwehre mich vor dem Vorwurf der Starrheit.“ Sie wies darauf hin, dass Lammert nicht an der Fachkonferenz teilgenommen habe: „Ich trage die Sichtweise meiner Fachkonferenz vor.“

Bürgermeister Peter Liske (BWG) schlug vor, dass Thema im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur, Soziales und Jugend (kurz: Sozialausschuss) zu behandeln. Resy de Ruijsscher, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, schlug ein anderes Gremium vor: „Selbst wenn wir nun sagen würden, wir sind dafür – und das bin ich nicht – , ist es eine unnötige Diskussion. Im Schulbeirat sitzen alle Vertragspartner an einem Tisch. Da die Sitzungen öffentlich sind, hätten sie sich bereits an diesen wenden können.“

Abschließend entschieden die Gemeinderatsmitglieder , das Thema im Sozialausschuss erneut zu beraten. Dieser hatte in seiner Sitzung am 22. Mai 2014 allerdings bereits den Beschluss gefasst, dass der „Amtsplatz“ auch weiterhin zur Schule gehört.

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