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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:26 Uhr

"Wir nehmen die Sorgen ernst";

vom

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Seit dem 1. Mai protestieren die Schausteller gemeinsam mit den Marktbeschickern gegen die geplante Privatisierung von Wochen- und Jahrmarkt (wir berichteten). Die Schausteller fürchten sich vor "unbezahlbaren" Standgebühren, fühlen sich von der Politik "in die Ecke gedrängt". Vertreter aus Politik und Rathaus haben dazu Stellung genommen.

"Wir rechnen nicht mit höheren Gebühren", verkündete Bürgervorsteherin Natalina Boenigk (CDU). Zudem könne die Stadt die Höhe der Standkosten in den Vertragsverhandlungen beeinflussen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Lorenz hofft, ein Privatier würde die Märkte "ein bisschen mehr als Event-Veranstaltung" gestalten. Zudem bringe die Privatisierung finanzielle Entlastung: "Die Stadt sollte sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren." Auch der SPD-Ortsvorsitzende Herbert Hoffmann verspricht sich von der Privatisierung "ein lebendiges Marktgeschehen".

Die Schausteller könnten sogar von der Privatisierung profitieren, argumentierte Werner Mende, Fraktionsvorsitzender der FDP: Ein Privatier würde den Markt attraktiver gestalten, gerade weil er - im Gegensatz zur Stadt - damit Profit machen muss. Das würde mehr Besucher anziehen - und damit auch das Geschäft der Schausteller beleben. Derzeit, hat Mende bemerkt, "sind im Riesenrad immer noch Körbe frei."

Auch die Grünen trugen die Ausschreibung der Märkte mit. Trotzdem sagte ihr Fraktionsvorsitzender Joachim Dreher nun: "Wir glauben nicht, dass man einen Betreiber finden wird." Die Stadt solle "das Geld, das sie von den Marktbeschickern einnimmt, ins Schickmachen des Marktplatzes investieren", dann würde dieser auch wieder attraktiv. Das Argument von CDU-Mann Lorenz wollte er nicht gelten lassen: "Der Markt ist schon so lange ein Teil von Pinneberg - das ist dann schon eine Kernaufgabe."

Petra Springer von den Bürgernahen hingegen stellte sich auf die Seite der Protestierenden. "Das Argument, dass die Preise steigen - nicht nur für die Beschicker, auch für die Kunden - ist ja nicht von der Hand zu weisen", sagte sie. "Wenn man ein bisschen gesunden Menschenverstand hat, ist das klar. Der private Betreiber muss schließlich Profit machen."

Auch Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa reagierte auf die Kritik der Schausteller. "Wir nehmen die Sorgen und Befürchtungen der Schausteller ernst", versicherte er. Er habe schon mit den Wortführern des Protests, Alexander Karow und Wolfgang Lange, gesprochen, "um die Fragen, die im Raum stehen, direkt mit den beiden zu klären", versicherte er.

Karow und Lange hatten sich auch darüber beklagt, dass sie erst kürzlich von der Privatisierung erfahren hätten. Krappa wies darauf hin, dass die Stadt die Ausschreibung schon Mitte April auf ihrer Webseite veröffentlicht hatte. "Wir bedauern, dass die Information nicht alle erreicht hat", fügte er hinzu. Inzwischen habe er jedoch die Schaustellerverbände schriftlich von der Ausschreibung informiert und sie ermutigt, sich selbst zu bewerben.

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