„Wir mögen keine weißen Flecken“

Gemeinsam für den Glasfaserausbau: Renke Eschner (Zweiter von links), Leiter der Vertriebssteuerung der Stadtwerke Pinneberg, erhält Unterstützung bei der Kundenwerbung von Volker Brammer (von links), Martin Methler und Jürgen Hilbers vom Bürgerverein Waldenau-Datum von 1934.
Gemeinsam für den Glasfaserausbau: Renke Eschner (Zweiter von links), Leiter der Vertriebssteuerung der Stadtwerke Pinneberg, erhält Unterstützung bei der Kundenwerbung von Volker Brammer (von links), Martin Methler und Jürgen Hilbers vom Bürgerverein Waldenau-Datum von 1934.

Stadtwerke Pinneberg wollen Glasfasernetz in Waldenau erweitern / 700 Verträge notwendig, damit Bau im Oktober startet

shz.de von
16. August 2018, 16:00 Uhr

„Wir mögen diese weißen Flecken nicht“, sagte Renke Eschner, Leiter der Vertriebssteuerung der Stadtwerke Pinneberg, beim Treffen mit Vertretern des Bürgervereins Waldenau-Datum von 1934. Eschner meinte den fehlenden Glasfaserausbau im Pinneberger Vorort. Dieser soll nun erfolgen. „Wenn dies wirtschaftlich vertretbar möglich ist“, schränkte Eschner ein.

Bevor in Waldenau Glasfaser verlegt werden kann, gehen die Stadtwerke auf Werbetour. „Wir brauchen eine Anschlussquote von etwa 60 Prozent der Haushalte. Das wären etwa 700 Anschlüsse, die verbindlich durch Zeichnung eines Auftrags bestätigt sein müssen“, sagte Eschner. „Wir wollen kein weißer Fleck mehr auf der Glasfaserkarte sein. Überall um uns herum wird das Netz ausgebaut“, sagte Jürgen Hilbers, Vorsitzender des Bürgervereins Waldenau-Datum von 1934. „Wir haben seit Jahren gefordert, dass wir Glasfaser bekommen. Waldenau-Datum ist ein Teil von Pinneberg wie auch der Rest der Stadt.“ Der Bürgerverein will daher bei der Werbung von Kunden unterstützen und stellt das Gemeinschaftshaus für zwei Veranstaltungen zur Verfügung (siehe Infokasten). „Wir unterstützen die Aktion und hoffen, dass wir gemeinsam zum Ziel kommen“, sagte Hilbers.

Doch vor dem Ausbau steht das sogenannte Interessenbekundungsverfahren. Übrigens nicht das erste in Waldenau. „Die Planungen für den Ausbau in Waldenau liegen seit 2012 in der Schublade. Warum sie nicht weiterverfolgt wurden, weiß ich nicht. So lange bin ich noch nicht im Unternehmen“, sagte Eschner. Volker Brammer, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins und Organisator des Erntedankumzugs, erinnerte sich an die Befragung vor sechs Jahren: „Es gab einen Stand auf dem Erntedankfest 2012. Die Leute sind aber gekommen, um zu feiern und nicht, um Verträge zu unterzeichnen.“

Wie wahrscheinlich ist der Ausbau? „Wir haben das klare Ziel, es umzusetzen, wenn es sich wirtschaftlich lohnt“, sagte Eschner. Bis Ende September sollen Verträge gezeichnet werden. „Im Oktober könnte der Baustart erfolgen. Und das bedeutet wirklich Baustart“, sagte Eschner. Während beispielsweise der Zweckverband Breitband Marsch und Geest Probleme hat, Tiefbauunternehmen zu finden (unsere Zeitung berichtete), haben die Stadtwerke vorgesorgt. „Wir haben zum Glück langfristige Verträge geschlossen und haben schon entsprechende Kapazitäten geblockt“, sagte Eschner. Sollten die notwendigen Verträge vorliegen, soll der Ausbau des Netzes frühestens in drei, spätestens in sechs Monaten abgeschlossen sein – also bis etwa April 2019.

„Wir sehen derzeit gute Chancen, die 700 Anschlüsse zu schaffen. Viele Kunden haben 2012 Verträge abgeschlossen und haben keine Vertragsbindung mehr. Ein Wechsel wäre also problemlos zu realisieren“, sagte Eschner. Was passiert, wenn es nur 600 oder gar weniger Verträge werden? „Die 60-Prozent-Quote wäre unsere 100-Prozent-Lösung. Liegen wir darunter, müssen wir Gespräche führen und die Umsetzbarkeit diskutieren. Wenn wir nur 300 Verträge haben, wäre das ganze nicht mehr darstellbar.“

Außer den Informationsveranstaltungen planen die Stadtwerke Pinneberg alle Waldenauer persönlich anzuschreiben. Eschner wirbt vor allem bei älteren Einwohnern des Gebiets für die „Vorratsanschlüsse“. „Auch wenn man selbst Glasfaser nicht benötigt, sollte man an die nachfolgenden Generationen denken. Dort wird schnelles Internet ein Entscheidungskriterium für den Wohnort sein“, erläuterte Eschner.

www.pinnau.com

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www.wal
denau.de

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