Hasloh : „Wir lassen niemanden allein“

Über die Parteigrenzen hinweg wollen Anne Worthmann (CDU, von links), Beate Haines (SPD), Horst Rühle (CDU), Jens Schwarzer (SPD) und Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) ein Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern schaffen.
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Über die Parteigrenzen hinweg wollen Anne Worthmann (CDU, von links), Beate Haines (SPD), Horst Rühle (CDU), Jens Schwarzer (SPD) und Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) ein Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern schaffen.

Hasloher Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe“ sichert potenziellen Vermietern Unterstützung zu. Wohnraum wird noch gesucht.

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10. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hasloh | Händeringend suchen die Kommunen im Kreis Pinneberg derzeit nach Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge – auch in Hasloh. „Wir haben leider noch keine Angebote bekommen“, bedauert Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). Gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe“ ruft er jetzt Eigentümer erneut dazu auf, Wohnungen oder Häuser zur Verfügung zu stellen.

„Für die Eigentümer ist es zunächst wichtig zu wissen, dass die Gemeinde Hasloh als Mieter eingetragen ist“, erklärt Horst Rühle (CDU). Für Anne Worthmann (CDU) ist es wichtig, „Eigentümern die Angst zu nehmen, dass sie mit ihren Fragen allein gelassen werden“. Denn genau dafür will der Arbeitskreis Ansprechpartner sein.

An der Seite der ehrenamtlichen Helfer steht zum einen der Diakonieverein, der seine Unterstützung mit Rat und Tat bereits zugesagt hat, und zum anderen die Verwaltungsgemeinschaft, die sich um die Formalitäten kümmert. „In Quickborn haben wir ausgesprochen gute Resonanzen von Seiten der Eigentümer“, sagt Thomas Glindemann von der Verwaltungsgemeinschaft. Als Mieter sei die Stadt ein zuverlässiger Partner, der regelmäßig Miete bezahle, die Objekte häufig kontrolliere und die Bewohner betreue.

Das soll in Hasloh auch so sein. „Wir wollen ein Netzwerk schaffen, damit sowohl die Eigentümer als auch die Flüchtlinge wissen, an wen sie sich wenden können“, sagt Beate Haines (SPD). Sie ist überzeugt davon, dass gute Vorbereitung und strukturierte Planung helfen werden, die neuen Mitbürger so gut und so schnell wie möglich in die Dorfgemeinschaft zu integrieren. „Es gibt viel Zuspruch aus der Bevölkerung“, berichtet Worthmann. Und nicht nur das: Spontan wurden gut erhaltene Sofas, Decken und ein Kühlschrank gespendet. „Der TuS Hasloh hat sich sofort bereit erklärt, die Gegenstände zu lagern, bis wir Wohnraum gefunden haben“, berichtet Haines.

Die ersten Ergebnisse der Bemühungen können sich sehen lassen: „Eine Lehrerin, die in Hasloh wohnt und Deutsch als Zweitsprache unterrichtet, ist bereit, zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich zu unterrichten“, berichtet Haines. Darüber hinaus gebe es Mitbürger im Dorf, die aus Ägypten und dem Kosovo stammten und mehrere Sprachen sprechen. „Diese Personen und auch eine junge Frau, die fließend persisch spricht, sind bereit, bei Behördengängen und allen anfallenden Fragen zu dolmetschen“, so Haines weiter.

Bereits jetzt gebe es zahlreiche Familien aus anderen Ländern. „Das ist eine Bereicherung für unser Dorf“, sagt Jens Schwarzer (SPD). So entstand die Idee, mit den bereits ansässigen Bürgern ein Begegnungsfest zu veranstalten, um sich gegenseitig noch besser kennen zu lernen. „Wir sind ein Dorf, das zusammenhält, auch jetzt ist wieder jeder gefordert, mit anzupacken“, sagt Haines und Worthmann ergänzt: „Es gibt ganz viele Beispiele, dass das auch wirklich so ist.“

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