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Lebenshilfe-Werkstatt : „Wir haben aus Fehlern gelernt“

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Anzahl der betreuten Menschen soll deutlich erhöht werden. Die nötigen Verträge mit dem Kreis sind in trockenen Tüchern.

Schenefeld | Der Neustart gleicht einem Kraftakt. „Wir befinden uns in der Phase der Konsolidierung und setzen auf eine moderates Wachstum“, sagt Gerlinde Bernsdorff. Sie ist die Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks Elbe gGmbH, das erst im September 2013 aus der Taufe gehoben wurde, um behinderten Menschen weiter einen Arbeitsplatz in Schenefeld anbieten zu können. Arbeitsplätze: 28 Menschen mit Behinderung werden zurzeit am Gremsbargen betreut. Es waren schon mehr. Es sollen wieder mehr werden. „Die Verunsicherung bei Eltern, Betreuern und Betreuten war groß. Einige haben ihren Arbeitsplatz gewechselt, andere haben einen Antrag auf Tagesförderung gestellt“, sagt Bernsdorff. 40 Plätze möchte die Lebenshilfewerkstatt anbieten.

Bernsdorff und Betriebsleiter Werner Hatje leisten Aufbauarbeit. Ganz bedächtig. Die Insolvenz des Lebenshilfewerks Schenefeld 2012 ist in den Köpfen noch präsent. „Wir haben aus den Fehlern gelernt“, betont die Geschäftsführerin. Die hohe Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter in der alten gGmbH sei ein Hauptgrund für die Insolvenz gewesen. „Der Bereich Gala-Bau war damals quasi ein eigenes Wirtschaftsunternehmen. Ein Wirtschaftsprüfer hat festgestellt, dass man die Gemeinnützigkeit hätte aberkennen können“, sagt Bernsdorff. Personelle Abenteuer soll es nicht mehr geben.

Der zweite Knackpunkt: die Sozialabgaben, die die alte Beschäftigungsstätte zahlen musste. Sie fallen seit Oktober 2013 weg. Die Bundesagentur für Arbeit hat den Werkstattstatus anerkannt. Die neue Gesellschaft – sie kooperiert mit den Glückstädter Werkstätten, um die Werkstattanforderungen zu erfüllen – spart so 200.000 Euro pro Jahr. Ein Betreuer ist für zwölf behinderte Menschen verantwortlich. Das Lebenshilfewerk Elbe beschäftigt zurzeit drei hauptamtliche Betreuer, zudem fünf Kollegen im Bereich Leitung und Verwaltung.

Die Zahlen, am Ende des Jahres müssen sie stimmen. „Die finanzielle Grundlage ist da. Sie ist nicht üppig, aber auskömmlich“, sagt Hatje. Gerade wurde die Vergütungsvereinbarung mit dem Kreis geschlossen. Auf Wunsch des Lebenshilfewerks nur bis zum 30. Juni. „Dann können wir schon sehen, wo wir stehen“, sagt Bernsdorff. Anzucht, Keramikwerkstatt, Gemüse-Acker, Gartenbau: Auf diese Arbeitsfelder setzt die Werkstatt. Dazu kommt die berufliche Bildung, die der Kooperationspartner aus Glückstadt garantiert.

„Hier werden keine Tüten geklebt. Wir beschäftigen Menschen, die woanders nicht zu Recht kommen“, sagt Bernsdorff. Sie spricht von einem Alleinstellungsmerkmal.

Die Perspektive haben die Verantwortlichen vor Augen. 60 Plätze sollen langfristig am Gremsbaren entstehen. Es muss am Standort investiert werden. Neue Kooperationspartner müssen gefunden, und das Internet als Marketing- und Verkaufsplattform genutzt werden. Das Wichtigste aber: Die Anzahl der Betreuten muss erhöht werden.

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erstellt am 20.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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