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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:38 Uhr

„Wir haben alle Hände voll zu tun“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jahres-Bilanz 376 Einsätze für Pinneberger Feuerwehr / In der Nacht zu gestern Brand auf einer Terrasse / Ursache: Feuerwerkskörper

von
erstellt am 31.Dez.2016 | 16:23 Uhr

Nein, zur Ruhe kommen sie nicht – die ehrenamtlichen Kameraden der Pinneberger Feuerwehr, die für die Bürger ihr Leben einsetzen. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt Claus Köster, Leiter der Feuerwehr. So gut wie jeden Tag. Auch an den Wochenenden, denn auch Übungsabende und Trainingseinheiten gehören zum Dienst.

Keine Frage: Das Jahr geht für die Wehr ereignisreich zu Ende. In der Nacht zu gestern rückten um fünf Minuten nach Mitternacht 18 Einsatzkräfte in die Straße „Damm“ aus. Dort waren auf einer Terrasse Gartenmöbel in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zur Folge wurde es durch Feuerwerkskörper ausgelöst. Wehrleiter Claus Köster, sein Stellvertreter Kai Halle und Sprecher Christoph Supthut zogen nun für unsere Zeitung eine Bilanz: Insgesamt 376 Mal – der gestrige Brand mit eingeschlossen – rückte die Feuerwehr 2016 aus.

83 Mal waren es kleine Feuer, Schornsteinbrände und Pkw-Brände. Zweimal waren es mittelschwere Feuer, einmal ein Großeinsatz. 15 Mal rückten die Fahrzeuge bei Unwetter- und Wetterschäden aus. Diese Woche in der Nacht zu Dienstag. „Mit elf Stunden war es einer der längsten Einsätze in diesem Jahr“, sagt Supthut.

2016 begann für die Kameraden alles andere als ruhig: Das neue Jahr war keine Viertelstunde alt, als um 0.14 Uhr die Funkmeldeempfänger der Pinneberger Feuerwehrleute Alarm schlugen. Mehr als sieben Stunden mussten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg den ausgedehnten Brand des Dachstuhls eines zweigeschossigen Geschäftshauses an der Pinneberger Rabenstraße bekämpfen.

In Erinnerung bleibt auch der Crash am Donnerstag, 11. August, auf der A 7. Bei einem Verkehrsunfall am Stauende waren mehrere Fahrzeuge beteiligt. Personen waren nicht eingeklemmt. Die Feuerwehr reinigte die Einsatzstelle von Kraftstoffen und Öl.

Im September erlebten die Kameraden einen Einsatz, den sie wohl so schnell nicht vergessen werden. In einem Altenheim an der Mühlenstraße hatte es einen Bombenalarm gegeben. „Wir haben bei der Registrierung und der Evakuierung der Senioren mitgeholfen“, so Halle.

Auch heftig: Nach einem Frontalunfall zweier Autos am Sonntag, 20. November, auf der LSE hatte sich ein Fahrzeug überschlagen und lag auf dem Dach neben der Fahrbahn. Ein Fahrer war schwer eingeklemmt, für ihn kam jede Hilfe zu spät. Die drei Insassen der zweiten Fahrzeugs wurden mit hydraulischen Rettungsgeräten befreit.

Doch es müssen nicht immer die großen Katastrophen sein: 40 Mal rückten die Feuerwehrmänner aufgrund ausgelöster Brandmeldeanlage aus, 58 Mal waren es Fehlalarme. Eines der Tagesgeschäfte: Essen auf Herd. Auch bei solchen Alarmierungen muss die Feuerwehr raus, weil Leben in Gefahr sein kann. Eine verqualmte Wohnung kann für eine eingeschlafene Person tödlich enden. Das stellt Köster unmissverständlich klar.

Gibt es auch Ereignisse, an die sich die Kameraden unabhängig vom Tagesgeschäft besonders gern erinnern? Wehrleiter Köster muss nicht lange überlegen. „Der Besuch der Volunteer Firefighter aus der Partnerkommune der Stadt Pinneberg in Rockville.“ Dorthin war im April eine große Delegation aus Pinneberg hingereist. Die Pinneberger wohnten bei Familien.

Was ist anders in den USA: „Wenn es brennt, dann ordentlich, denn die Gebäude sind aus Holz“, so Supthut. Und Köster hat festgestellt, dass es in den USA eine große Wertschätzung für die Feuerwehr gibt. „Es ist eine Partnerschaft, die lebt und die nicht nur auf dem Papier besteht.“

Was steht 2017 auf der Agenda? „Die Planungen für unsere neue Drehleiter werden auf den Weg gebracht“, informiert Köster. 2018 soll sie dann gekauft werden. 20 Jahre hat sie auf den Buckel, mehr als 100 Mal jährlich im Einsatz. 750 000 Euro sind für die Neuanschaffung im Haushalt eingestellt worden. Außerdem erwartet Köster für die erste Hälfte des Jahres mit Spannung den Feuerwehrbedarfsplan. Der soll die notwendige Ausstattung der Pinneberger Feuerwehr zur Sicherstellung des gesetzlichen Auftrages definieren.


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