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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 12:23 Uhr

„Wir gehen auch vor Gericht“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kontra Westanbindung: Bieneh kämpft seit zehn Jahren gegen die Erschließung über den Eggerstedter Weg

Ruhig und idyllisch ist es in der Pinneberger Vogelsiedlung. Rotklinkerhäuschen mit Garten, viel Grün. Eine Reihe Bäume und der Eggerstedter Weg trennen die Wohnhäuser von einer Schrebergartensiedlung. Doch die Pläne der Stadt für das Gelände der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne rückten dieses Wohngebiet schon vor Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit. Wo sich heute der Eggerstedter Weg ohne Asphaltdecke erstreckt, soll die Westanbindung für das Kasernengelände entstehen. Die neuen Anwohner, Kita-Besucher, Gewerbetreibende, sie alle sollen künftig an Vogelsiedlung und Kleingarten vorbeifahren. Seit April 2003 kämpft die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Naturerholungsgebiets Eggerstedter Weg und Hasenmoor (Bieneh) gegen die geplante Westanbindung. Sprecherin Meike Oltmanns-Hase zeigt auf die Baumwipfel, die von ihrer Terrasse aus sichtbar sind. „Dort würde die Straße vorbeiführen – von Wohnen im Grünen könnte dann nicht mehr die Rede sein.“ Zur Not werde gegen die Straße geklagt.

Spricht man mit Oltmanns-Hase über die zehnjährige Arbeit der BI, spürt man Frust über die Abnutzungskämpfe mit CDU und SPD. Und über die Rolle der Blockierer und Verhinderer, die der Bieneh oft zugeschrieben werde. „Wir machen seit zehn Jahren konstruktive Vorschläge für alternative Nutzungen des Kasernengeländes“, sagt die Sprecherin: „Wir haben immer das Gespräch mit CDU und SPD gesucht.“ Nun sind die Entscheidungen gefallen. Pinneberg kauft das Kasernengelände und verkauft an Investoren weiter. 250 Wohneinheiten sollen entstehen. Ein Bildungscampus des Trägers Wabe sowie Gewerbegebiete. Oltmanns-Hase: „Damit müssen wir leben.“

Doch die BI-Sprecherin ist auch stolz auf das Erreichte. „Wir haben dazu beigetragen, dass es nicht 1200 und auch keine 600 Wohneinheiten geworden sind.“ Auch die Westanbindung sei keineswegs beschlossene Sache. „Ich glaube auch weiterhin, dass sich deren Bau verhindern lässt.“ Die Bieneh werde weiter Alternativen zu der Straße präsentieren. Ziel müsse es sein, den Autoverkehr auf dem ehemaligen Kasernengelände möglichst gering zu halten. „Wir sollten Konzepte für autofreies Wohnen prüfen und auch bei der Auswahl des Gewerbes schon auf geringe Verkehrsbelastung achten. Und wir werden immer versuchen, Konsens zu erzielen“, so Oltmanns-Hase. Der nächste Schritt ist das Treffen der Lenkungsgruppe, bei dem den Politikern die Verkehrsgutachten für das Kasernengelände vorgestellt werden. Die Bieneh wird dabei sein – und mitdiskutieren. Aber Oltmanns-Hase stellt auch nochmal klar: „Im Notfall gehen wir gegen diese Straße vor Gericht.“

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erstellt am 27.Aug.2013 | 00:31 Uhr

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