„Wir entwickeln uns zum Hausmeisterservice“

Andreas Roman ist Wehrführer der FFW Halstenbek.
Foto:
Andreas Roman ist Wehrführer der FFW Halstenbek.

Das Sonntagsgespräch: Heute mit Andreas Roman, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Halstenbek

shz.de von
21. Juni 2014, 15:00 Uhr

Andreas Roman ist Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Halstenbek. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, warum die Rettung von Katzen leider nicht auf Gegenliebe der Tiere stößt.


Was bedeutet Ihnen die Arbeit für die Feuerwehr?
Feuerwehr ist für mich ein Stück Lebensinhalt. Mir gefällt vor allem das kameradschaftliche Miteinander. Außerdem finde ich es schön, Gutes zu tun, anderen Menschen zu helfen und einen Beitrag zur Sicherheit der Bürger zu leisten.
Viele Wehren haben zu wenig Nachwuchs. Wie ist die Situation in Halstenbek?
Wir haben zum Glück keine Nachwuchsprobleme. Bei uns sind 25 Jugendliche, von denen vermutlich rund 80 Prozent in die aktive Wehr überwechseln werden. Unsere Sollstärke von etwa 80 Mitgliedern halten wir deshalb aufrecht. Wer bei uns ist, bleibt eigentlich aufgrund der tollen Kameradschaft so lange wie möglich dabei. Negativ könnte sich allerdings langfristig auswirken, dass sich viele junge Halstenbeker aufgrund der hohen Immobilienpreise am Hamburger Stadtrand keine Wohnung in Halstenbek leisten können, obwohl sie gerne hier bleiben würden.
Hat sich die Arbeit in der Feuerwehr in den vergangenen Jahren verändert?
Die Technik hat sich wie in allen Bereichen auch bei den Feuerwehrfahrzeugen weiter entwickelt. Dadurch müssen wir uns stetig anpassen und durch regelmäßige Schulungen sicherstellen, dass wir immer auf dem aktuellen Stand sind. Veränderungen gehören einfach dazu. Einsatzspektrum, Ausbildung, Fuhrpark – alles ist einem stetigen Wandel unterworfen. Das macht unsere Arbeit aber auch inte-
ressant.
Wie sieht Ihre Arbeit als Wehrführer aus?
Ich leite die komplette Wehr und bin auch bei Einsätzen dabei. Den Schwerpunkt bildet allerdings die Verwaltungsarbeit. Kontakte zu Verwaltung und Politik pflegen, Vorbereitung der Ausschreibungen bei Neuanschaffungen – es fallen etliche administrative Aufgaben an.
Wo liegen die Einsatzschwerpunkte?
Wir entwickeln uns in vielen Bereichen zum Hausmeisterservice. Die meisten Einsätze sind technische Hilfeleistungen. Schwere Unfälle auf der Autobahn oder an den Bahnlinien kommen nur ab und an vor. Dass die Feuerwehr Katzen rettet, ist übrigens eine Legende. Die Katzen wollen sich von uns gar nicht herunterholen lassen und klettern eher noch höher. Wenn sie Hunger haben, kommen sie dann aber ganz von alleine wieder vom Baum.
Gibt es Einsätze, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Da gibt es einige. Wenn Kinder betroffen sind, geht einem das besonders nahe. Die Freude ist dann umso größer, wenn wir helfen können. Kurios war sicherlich die Rettung eines Papageis. Den haben wir so lange nass gespritzt, bis er vom Baum auf unser Sprungtuch fiel. Dann erfuhren wir, dass das Tier zahm ist und ein einfacher Pfiff gereicht hätte.
Vor welchen Herausforderungen steht die Wehr in der Zukunft?
In diesem Jahr stehen die Feiern zu unserem 125-jährigen Bestehen im Mittelpunkt. Am 15. Juni steht ein Festkommers mit geladenen Gästen auf dem Programm. Am 6. Juli ist die Bevölkerung dann zu einem „Tag der offenen Tür“ in unserer Wache an der Gärtnerstraße eingeladen.


■ feuerwehr-halstenbek.de


zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen