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Kommentar : Wir dürfen unsere Werte nicht verraten

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Sie hatten es angekündigt: Die militanten Islamisten wollten den Terror nach Europa tragen. Jetzt wurde die Drohung wahr gemacht.

Sie hatten es angekündigt: Die militanten Islamisten wollten den Terror nach Europa tragen. Jetzt wurde die Drohung wahr gemacht. Mehr als 120 Unschuldige verloren ihr Leben, hunderte weitere wurden verletzt. Auf der Straße, im Café, beim Konzert. Mitten im Leben. Nicht an einer Front, nicht im Kampf. Radikale Extremisten machen keinen Unterschied zwischen Kämpfern und Nicht-Kämpfern. Für sie gibt es keine Frontlinien, von denen man sich zurückziehen könnte. Für sie ist der Krieg total und jedes Mittel recht. Sie wollen Angst verbreiten.  Im Visier steht jeder, der ihre Ansichten nicht teilt. Die Methoden dafür sind pervers, da die Mörder wahllos töten ohne Angst um ihr eigenes Leben.

Spätestens jetzt sollten wir endlich verstehen, wovor die Menschen flüchten, die nach Europa kommen: Vor dem Terror in ihrer Heimat und vor Gewalt, die mitten im Leben stattfindet. Wer jetzt noch Flüchtlingen auf der Suche nach Frieden seine Tür versperrt, müsste auch einen Bürger von Paris abweisen.

Die Reaktion der Menschen in Frankreich, in Europa und auf der ganzen Welt zeigt bei all der Trauer und dem Unverständnis für einen solch feigen Gewaltakt aber vor allem eines: Ob Terror Wirkung hat, liegt nicht in der Hand derer, die dafür verantwortlich sind. Wenn Menschen sich solidarisieren und verbrüdern, dann werden sie stärker. Deshalb muss das Fanal eindeutig lauten: „Gemeinsam für die Freiheit!“

Ja, auch bei uns könnten fehlgeleitete Wahnsinnige angreifen. Ja, man darf deswegen auch Angst haben. Aber:  Wir dürfen uns nicht einschränken. Wir dürfen jetzt nicht nach der vermeintlichen Orwell’schen Sicherheit  rufen, uns nicht mehr trauen, vor die Tür zu gehen, und jeden Muslim unter Generalverdacht stellen. Wir würden unsere freiheitlichen Werte verraten. Eben jene Werte, die scheinbar das einzige sind, vor dem die Extremisten Angst haben.

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erstellt am 14.Nov.2015 | 20:06 Uhr

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