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Das Sonntagsgespräch : „Wir brauchen Leute, die mit anpacken“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Jörg Scharnweber vom Theotervereen Bossel-Hogenfiedel.

Borstel-Hohenraden | Jörg Scharnweber ist Vorsitzender des Theotervereens Bossel-Hogenfiedel aus Borstel-Hohenraden. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, worin die Faszination des Theaters liegt.

Was ist das Besondere am Theotervereen?
Sicherlich, dass der Theotervereen sehr viele Mitstreiter aus Borstel-Hohenraden hat. Zudem präsentiert im Dorf höchstens noch der Männergesangverein Kulturelles. Auch unser Repertoire ist sehr vielfältig. Komödien, ernsthafte Stücke, Aufführungen auf Plattdeutsch, ein Weihnachtsmärchen – wir decken ein breites Spektrum ab.

Wie sieht Ihre Arbeit als Vorsitzender aus?
Ich kümmere mich vor allem um das Organisatorische. Wenn wie an diesem Wochenende Aufführungen anstehen, ist besonders viel zu tun. Auf- und Abbau koordinieren, das Drucken der Eintrittskarten, Flyer bestellen und verteilen, Terminabsprachen mit den anderen Vereinen treffen– es fällt einiges an. Dazu kommen das Organisieren der Jahreshauptversammlungen und Infobriefe für die Vereinsmitglieder.

Stehen Sie selbst auch auf der Bühne?
Zuletzt vor 20 Jahren. Inzwischen fehlt mir dafür leider einfach die Zeit. Wir führen immer im April und im Herbst unsere Stücke sowie am Winteranfang das Weihnachtsmärchen auf. Das sind gerade die Zeiten, in denen ich als Unternehmer im Garten- und Landschaftsbau besonders gefordert bin. Die Proben dauern schließlich jedes Mal rund zwei Monate. Das ist für mich nicht machbar.

Was fasziniert Sie am Theater?
Ich finde es spannend, dass das gleiche Stück völlig unterschiedlich interpretiert werden kann. Jeder Spielleiter kann Einfluss nehmen und die Aufführungen nach seinen Vorstellungen gestalten. Überhaupt ist beim Theater sehr viel künstlerische Kreativität gefragt.

Gibt es Erlebnisse mit dem Theotervereen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Sehr emotional war die Aufführung in der Kummerfelder Osterkirche. Dort spielten wir „Kruut gegen den Dood“ – ein Stück, das mich tief berührt hat. Der Rahmen in der Kirche hat das Ganze zu etwas Besonderem gemacht. Auch die Inszenierung des Achtziger-Jahre-Films „Breakfast Club“ war spannend. Schließlich handelte es sich dabei um unser erstes modernes Stück. Wir wussten nicht, wie das ankommen würde, durften uns am Ende aber über einen riesigen Erfolg freuen.

Gibt es Probleme, mit denen der Verein zu kämpfen hat?
Die Überalterung ist in einigen Bereichen ein Problem. Unser Verein lebt davon, dass sehr viele mithelfen und zum Beispiel beim Auf- und Abbau der Bühnen helfen. Viele Ältere können diese schwere Arbeit nicht mehr leisten. Wir brauchen nicht unbedingt Schauspieler, sondern Leute, die mit anpacken. Die Mitgliederzahl an sich liegt seit Jahren konstant bei etwa 140. Dazu gehören auch meine Frau und mein Sohn. Unsere Familie ist dem Theotervereen schon seit Generationen treu. So gehörte beispielsweise meine Mutter ebenfalls dem Vorstand an.

Der Verein spielt häufig plattdeutsche Stücke. Liegt Ihnen die Pflege der niederdeutschen Sprache am Herzen?
Der Schwerpunkt liegt in erster Linie auf dem Theaterspiel. Aber natürlich wollen wir auch dazu beitragen, dass die plattdeutsche Sprache erhalten bleibt. Sie wird leider immer seltener gesprochen.

Am  heutigen Sonntag führt der Theotervereen ab 20 Uhr in der Borstel-Hohenradener Johannes-Schneider-Halle das Stück „Ganz in Weiß“ auf. Was macht den besonderen Reiz der Inszenierung aus?
Die Zuschauer erwartet ein lustiges Stück, bei dem auf der Bühne richtig viel los ist. 15 Mitspieler sind dabei und sorgen für viel Bewegung. Es geht um ein Heiratsinstitut, das sich mit ziemlich skurrilen Kunden auseinandersetzen muss. Wer spontan zuschauen will: An der Abendkasse gibt es noch Karten.

Jörg Scharnweber (49) wohnt in Borstel-Hohenraden, ist verheiratet und hat einen Sohn. Er arbeitet als Unternehmer im Garten- und Landschaftsbau.
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erstellt am 19.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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