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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 17:11 Uhr

"Wir brauchen die Hilfe der Bürger"

vom

Kreis Pinneberg | Die Zahl der aufgeklärten Wohnungseinbrüche im Kreis Pinneberg liegt über dem Bundesdurchschnitt. Das teilte Ingo Minnerop, Revierleiter der Kripo in Pinneberg im Gespräch mit dieser Zeitung gestern mit. Ole Schröder (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, war bereits am Wochenende bei den Polizisten zu Gast und informierte sich über deren Arbeit.

2012 wurden bundesweit 15,7 Prozent der Einbrüche aufgeklärt. Im Kreis Pinneberg lag der Wert bei 19,3 Prozent. "Wir investieren in die Ermittlungsarbeit. So ginbt es bei uns einen kriminaltechnischen Bereitschaftsdienst am Wochenende. Außerdem haken wir bei den Geschädigten nach, um individuelle Gerätenummern von Diebesgut zu erfahren. So lassen sich Fälle später besser Tätern zuordnen", begründete Minnerop den Vorsprung vor anderen Polizeibehörden.

Die Aufklärungsquote von 19,3 Prozent bezeichnet er als guten Wert - obwohl sie unter dem Spitzenwert von 2011 liegt. Damals waren es 22,3 Prozent. "Einbrüche sind wegen der oft schlechten Spurenlage generell schwierig aufzuklären", so Minnerop. Vor fünf Jahren habe die Quote aber noch bei zehn Prozent gelegen. "Oft ist es schwer, einem Täter alle Vergehen stichfest nachzuweisen. Das gelingt dann beispielsweise in zehn Fällen, obwohl wir überzeugt sind, dass es tatsächlich 50 Taten waren", sagt Minnerop.

Zum Vergleich: Bei Raub und Körperverletzung sind Aufklärungsquoten von bis zu 90 Prozent möglich. "Bei solchen Delikten gibt es häufig Fingerabdrücke oder DNA-Spuren", sagte Minne-rop.


Reisende Banden aus Hamburg schlagen zu

Die Zahl der Einbrüche lag 2008 bei 695, 2011 bei 779 und 2012 bei 809. Die Zunahme entspreche dem Bundestrend, so Minnerop. Oft seien reisende Mitglieder von Einbrecherbanden aus Hamburg am Werk, die ihren Schwerpunkt mal in Niedersachen, mal Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein setzten. Die Einbrecher schlügen oft in der Urlaubszeit zu. Und besonders häufig in den dunklen Jahreszeiten Herbst und Winter. "Wir bereiten uns darauf vor", sagte Minnerop. Zu Beginn der "Saison" kontrolliere die Polizei verstärkt an den Straßen. Außerdem würde die Spurensicherung intensiviert. "Wenn wir schon im Oktober Banden packen können, wird es im Rest des Jahres ruhiger", so der Revierleiter.

Hat er auch Wünsche für die Polizeiarbeit? Seinem Chef, Innenminister Andreas Breitner, will er nicht zu viel abverlangen. Deswegen behält er die Forderung nach mehr Personal für sich.

An die Bürger appelliert er: "Machen Sie sich die Mühe und teilen sie uns die Nummern gestohlener Geräte mit. So können wir viele Taten besser zuordnen, wenn wir ein Lager mit Diebesgut entdecken." Zudem sollten sich Nachbarn besser unterstützen. "Rufen Sie die Polizei an, wenn Sie etwas Verdächtiges beobachten. Wir fahren lieber ein Mal zu oft als zu wenig raus."

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erstellt am 13.Aug.2013 | 01:14 Uhr

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