„Wir alle wollen keine Spielhalle“

Politiker und Bürger sprechen sich gegen Ansiedlung aus

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02. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Trotz Protesten stehen die Zeichen für eine Spielhalle in Ellerbek nicht schlecht. Wie berichtet, möchte ein Betreiber in die ehemaligen Räume der Sparkasse an der Pinneberger Straße eine Spielhalle ansiedeln.

Nachdem bereits die Politiker auf die Barrikaden gestiegen sind, ziehen auch die Ellerbeker Bürger nach. „Ich habe noch nie auf einen Bericht aus einer Ausschusssitzung eine so große Resonanz erhalten“, sagte Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Und die Resonanz sei keinesfalls positiv für den Spielhallenbetreiber ausgefallen. „Das hat mir ganz klar gezeigt, wir alle wollen keine Spielhalle haben“, betonte Hildebrand.

Nicht ein einziger Bürger habe sich dafür ausgesprochen. Das Problem: „Das Gebiet ist als Mischgebiet ausgewiesen, in dem eine Spielhalle nicht explizit ausgeschlossen wurde. Es besteht demnach definitiv ein Anspruch für eine Spielhalle“, fasste der Bürgermeister zusammen. Ein weiteres Problem sei: „Die Kreisverwaltung ist für die Genehmigung zuständig. Diese ist nun positiv erfolgt“, berichtete Hildebrand.

„Eine Spielhalle passt hier überhaupt nicht hin. Ich verstehe auch nicht, was das soll“, sagte eine wütende Bürgerin im Anschluss an die Sitzung. Zustimmung erhielt sie von vielen Ellerbekern.


Vergnügungssteuer soll abschrecken

„Ich bin hier mit meiner Familie, zwei kleinen Kindern, hingezogen, weil es das Dorf im Grünen ist. Ich möchte ganz sicher nicht, dass meine kleinen Kinder damit konfrontiert werden“, sagte ein Vater.

Politiker wie auch Bürger setzen nun große Hoffnung in eine Vergnügungssteuer. Wie berichtet, beantragte die CDU-Fraktion die Einführung einer solchen Steuer. Damit soll der Betreiber 20 Prozent für Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit zahlen. Nachdem der Finanzausschuss sich bereits für die Vergnügungssteuer ausgesprochen hat, stimmten die Gemeindevertreter ebenfalls einhellig dafür. „Wir hoffen, dass der Betreiber zur Einsicht kommt und merkt, dass das für Ellerbek nichts ist“, sagte Martin Berg (CDU). Die Vergnügungssteuer sei keinesfalls dazu da, damit die Gemeinde Geld verdiene, betonte er.

„Man muss es dem Betreiber so unattraktiv wie möglich gestalten. Ansonsten haben wir keine Chance“, pflichtete ein Bürger den Politikern bei. Bereits die Mitglieder des Ellerbeker Finanzausschusses trafen erste Vorkehrungen. Zum einen wurde die Fläche für die Spielhalle auf 100 Quadratmeter begrenzt. Gleichzeitig wurden die geplanten Öffnungszeiten von den Kommunalpolitikern von 5 Uhr morgens auf maximal 22 Uhr reduziert. „Vielleicht geht der Kelch ja an uns vorbei“, sagte Hildebrand.

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