Winterdienst: Die Salzlager sind voll

Autobahnmeisterei testet neue Lauge / Verkehrsminister fordert Vorsicht beim Fahren

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19. November 2013, 16:00 Uhr

613 Straßenwärter und Kraftfahrer werden im bevorstehenden Winter die Straßen im Land sicherer machen. Das sagte gestern Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) bei einem Mediengespräch auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Quickborn zu. Dessen Leiter, Dirk Putzer, versprach, dass sein 28-köpfiges Team die 54 Kilometer lange Autobahn-Strecke zwischen den Anschlussstellen Neumünster-Nord und Hamburg-Schnelsen rund um die Uhr von Schnee und Eis befreien wird. Ebenso verantwortlich ist die Autobahnmeisterei in der Zeit von 6 bis 22 Uhr für zirka 59 Kilometer Bundes- und 118 Kilometer Landesstraßen sowie 111 Kilometer Radwege. Binnen drei Stunden, so Putzer, könnte das gesamte Wegenetz geräumt sein. „So wie im gesamten Land“, ergänzte der Minister.

Dafür hat die Autobahnmeisterei in Quickborn bereits 1000 Tonnen Streusalz gelagert sowie weitere 105 000 Liter Magnesiumchlorid. Zudem gebe es bei der Außenstelle in Bad Bramstedt zusätzlich 600 Tonnen Streusalz und 60 000 Liter Magnesiumchlorid. Meyer fügte an: „Wir haben schon Verträge geschlossen, so dass wir schnell weiteres Salz ordern können.“

Wie viel davon benötigt wird, werde der Winter zeigen. Im vergangenen Jahr verbrauchte der Winterdienst 79 000 Tonnen Salz. Das Land kostete die lang anhaltende Frostperiode 21,1 Millionen Euro, der Winter 2011/2012 schlug indes nur mit 9,9 Millionen Euro zu Buche. „Das ist wetterbedingt“, sagte Putzer. Deshalb seien die Planungen für „die Helden des Alltags“ auch eine „logistische Herausforderung“, betonte der Verkehrsminister.

Meyer appellierte aber auch an die Autofahrer, ihren Beitrag zur Sicherheit des Verkehrs zu leisten: „Das betrifft die richtigen Reifen und den Sicherheitsabstand zum Vordermann ebenso wie Verhaltensregeln, etwa die Pflicht, Gassen für Streufahrzeuge zu bilden.“ Dem Verkehrsminister zufolge sind 75 Prozent aller Unglücke in der Winterzeit Auffahrunfälle. Putzer mahnte zudem, die Straßenwärter nicht zu überholen: „Die Einsatzfahrzeuge werden oft überholt – und dann passieren die Unfälle vor den Streufahrzeugen.“

Die Autobahnmeisterei Quickborn wird in diesem Winter noch mit Kochsalz streuen. Dabei werden die Salzkörner kurz vor dem Auftreffen auf dem Straßenbelag von einer Salzsole minimal angefeuchtet. So bleiben die Körner am Boden haften, werden nicht weggeweht. Treffen sie auf Eis, entwickelt sich Wärme und der Auftauprozess beginnt.

Die Autobahnmeisterei in Elmshorn erprobt währenddessen eine neue Methode zur Bekämpfung der Glätte: Sie nutzt eine eigens hergestellte Salzsole. „Hundertprozentige Salzsole wird besonders in der Präventivstreuung eingesetzt“, erläutert Torsten Conrad, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Die dickflüssige Salzlauge verkürze den Auftauprozess und spare zudem Geld. Conrad rechnet landesweit mit etwa 600 000 Euro Einsparungen. Jedoch: „Das hält auf der Autobahn zwar besser fest, bei Regen wird die Salzlauge allerdings sofort weggewischt. Dann wechseln wir wieder auf die Salzkornstreuung.“

Die Autobahnmeisterei ist voraussichtlich nur noch in dem kommenden Winter für die A7 verantwortlich. Das Räumen und Streuen müsse in den kommenden 30 Jahren der Investor erledigen, der ab Herbst 2014 die A 7 ausbaut, sagte Conrad. Das Team der Autobahnmeisterei Quickborn werde dann um acht auf 20 verkleinert.

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