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Mit Video : Willkomm Höft in Wedel wird erneut freigebaggert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Weggeschleppt, vom Schlick befreit, festgemacht: der Anleger soll Donnerstag wieder in Betrieb genommen werden.

Wedel | Für gewöhnlich machen Schiffe am Willkomm Höft kurz fest, lassen Passagiere raus und nehmen welche auf, um bald wieder Richtung Hamburg, Helgoland oder Lühe abzulegen. Nicht so gestern die „Taifun“ und die „Moorburg“. Als die PS-starken Boote ihre Fahrt fortsetzten, nahmen sie kurzerhand gleich den ganzen Anleger mit.

Es war kurz vor acht Uhr, als Mitarbeiter des Wedeler Bauhofs und der Firma PAN – Pontonanlage Norderelbe gemeinsam mit den Schiffsführern die Schlepp-Aktion vorbereiteten: Anlegerbrücke sperren, Dockschlösser von den Dalben entfernen, Stromverbindung kappen, Zugangsbleche sichern – und warten. Warten, bis das Wasser so weit abgelaufen war, dass der bewegliche Teil der Zugangsbrücke auf dem an zwei Brückendalben gekettenen Stahlbalken auflag und der Ponton damit frei auf der Elbe schwamm.

Das dauerte – also wurde nachgeholfen, der Balken nach oben gesetzt und schon mal mit dem begonnen, was der Grund für den ungewöhnlichen Einsatz am Anleger war: Schlickbeseitigung. Für die war die „Buran“ zuständig, ein Wasserinjektionsbagger, der besonders nah am Ufer arbeiten kann. Das Prinzip: Er wirbelt mit Wasserdruck Schlick und Sedimente auf, die mit ablaufendem Wasser weggetragen werden. Kurz vor halb elf dann konnten die „Taifun“ und die „Moorburg“ den Schwimmkörper zwischen den Dalben hervorziehen und Richtung Fahrrinne bugsieren. Dort ging es flott elbabwärts – ein kleines Stück nur, zum Tonnenhafen, wo der Ponton zwischengeparkt wurde.

Rund 3000 Kubikmeter Sediment waren es am Willkomm Höft, die die „Buran“ weggespült hat – bei günstigen Bedingungen, so PAN-Chef Andreas Bätjer. „Alles hat gut funktioniert“, lautete seine Bilanz um 17.15 Uhr. Da lag der Ponton gerade wieder an seinem Platz. Bis zum Abend wollte PAN die Installation abschließen. Heute soll der Elektriker die Stromversorgung wieder herstellen, damit wäre der Anleger wieder betriebsbereit.

Wie berichtet hatte sich im vergangenen Winter bei starkem Niedrigwasser gezeigt, dass der Ponton erneut stark verschlickt war und teilweise auflag – eine Gefahr für den Betonschwimmkörper, der damit droht, Schaden zu nehmen. 2015 sei aufgrund ungünstiger Wasserstands- und Strömungslage eine ungewöhnlich starke Verschlickung zu beobachten gewesen, so Peter Krause, der die Maßnahme für die Stadt Wedel begleitete. „Hamburg hat da ein Riesenproblem“, bestätigt Bätjer diese Beobachtung.

Erst vor einem Jahr musste der 2011 in Betrieb genommene Anleger per Notbaggerung freigelegt werden. Fraglich ist nun, in welchem Turnus diese Maßnahme wiederholt werden muss. Laut Ingenieurs-Berechnung sollte der Schwimmkörper durch die Strömung ohne Baggerung freigespült werden. Diese Rechnung ging nicht auf. Einen Grund vermutet die Stadt in den Stacks neben dem Anleger, die ausreichend Strömung verhindern. Mit dem alten Anleger habe es laut Krause keine Schlick-Probleme gegeben. Wedel hat 20  000 Euro Kosten für die Bagger-Aktion kalkuliert. Planmäßig nimmt nach ihrem Werftaufenthalt die Lühe-Schulau-Fähre ab morgen den Betrieb am Willkomm Höft wieder auf – bis Freitag im Winter-, ab 21. März nach Sommerfahrplan.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 12:15 Uhr

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