Die „Appen Musiziert“-Starts im Interview : Wilfried Gliem von den Wildecker Herzbuben: „Ich mag nicht nur Volksmusik“

Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem sangen beide für Die Curocas, die Begleitband des Schlagersängers G.G. Anderson, der später auch als Produzent für die Wildecker Herzbuben tätig war.
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Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem sangen beide für Die Curocas, die Begleitband des Schlagersängers G.G. Anderson, der später auch als Produzent für die Wildecker Herzbuben tätig war.

„Appen musiziert“-Star Wilfried Gliem von den Wildecker Herzbuben spricht über Musik, Humor und sein Verhältnis zu Bruce Willis.

shz.de von
01. Juli 2015, 12:45 Uhr

Appen | Ihren Hit „Herzilein“ kennt jeder. Seit ihrem Auftritt bei „Appen musiziert“ wissen die Kreis Pinneberger aber auch, dass die Volksmusiker Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem (rechts) nicht nur Volksmusik, sondern auch mächtig rocken können. Ihre Interpretation von Queen machte sie im Dorf zu den absoluten Publikumslieblingen. Deshalb dürfen die Wildecker Herzbuben bei der letzten Auflage der Benefiz-Gala am Sonntag, 20. September, nicht fehlen. Im Interview mit dieser Zeitung erläutert Gliem unter anderem, wieso Volksmusik bei den Menschen so gut ankommt.

Was hat Sie bei Ihren Auftritten in Appen besonders beeindruckt?
Wilfried Gliem: Die Begeisterungsstürme des Publikums. Wenn man so gut abräumt wie wir mit unseren Auftritten, kommt man immer gern wieder. Aber auch alles andere war beeindruckend. Die Organisation von Rolf Heidenberger, die Betreuung der Künstler – in Appen stimmt einfach alles.

Wieso ist es Ihnen wichtig, sich für den guten Zweck zu engagieren?
Jeder Mensch, der normal denkt, engagiert sich für den guten Zweck, wenn er das kann. Wir haben die Möglichkeit, dank unserer Popularität dabei zu helfen, Gelder für kranke Kinder zu akquirieren, damit es denen besser geht.

Sie sind für Ihre Trachten bekannt. Wie kam es zu diesem Outfit?
In der Anfangszeit der Wildecker Herzbuben war die Volksmusik gerade richtig im Kommen. Alle Musiker trugen damals alpenländische Klamotten. So etwas sollten wir auch anziehen. Das wollte ich nicht und schlug stattdessen vor, auf unsere heimischen Trachten aus Hessen zurückzugreifen. Rote Westen, Hüte – und schon waren die Herzbuben geboren. Mit dem Outfit konnten wir uns vor den anderen abheben.

Was macht aus Ihrer Sicht den Reiz der Volksmusik aus?
Sie gefällt den Menschen einfach. Die schönen und angenehmen Melodien kommen an. Uns macht es Spaß, Musik zu präsentieren, die Freude bereitet und dem Publikum nah geht. Ich mag aber nicht nur Volksmusik. Die Beatles oder Queen finde ich ebenfalls klasse.

Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem sangen beide für Die Curocas, die Begleitband des Schlagersängers G.G. Anderson, der später auch als Produzent für die Wildecker Herzbuben tätig war. Anderson suchte für die Komposition „Herzilein“ ein Gesangsduo und fragte die beiden, ob sie diesen Titel aufnehmen wollten. Schwalm und Gliem willigten ein und so erschien 1989 unter dem Namen Wildecker Herzbuben die erste Single des Duos. „Herzilein“ wurde ein riesiger Erfolg.

Sie haben in dem Film „Der Wixxer“ mitgespielt und sind auch zusammen mit Hape Kerkeling aufgetreten. Sind Sie ein humorvoller Typ?
Mein Humor ist manchmal nicht so leicht zu verdauen. Ich kann aus vielen kleinen Situationen richtige Boshaftigkeiten entwickeln. Meinen Sarkasmus habe ich inzwischen ganz gut im Griff. Das war nicht immer so. Früher habe ich einfach drauflos geplaudert, habe aber bemerkt, dass ich damit Menschen verletzen kann. Ich bin der Meinung, dass man nicht alles auf die Spitze treiben muss.

Mit „Herzilein“ wurde gleich der erste Song der Wildecker Herzbuben zu einem riesigen Hit. Nervt es manchmal, dass alle bei den Herzbuben vor allem an dieses Lied denken?
Ich finde es eher toll. Jeder hofft doch, einmal einen solchen Hit zu haben. Für uns ist dieser Traum wahrgeworden. Dass wir von vielen auf dieses Lied reduziert werden, ist ganz normal. In Deutschland ist es nun mal üblich, andere in eine Schublade zu stecken. Dass wir auch etwas anderes können, zeigen wir überall.


Die Wildecker Herzbuben können auch Rockmusik -hier mit einem Klassiker von Queen.

Wieso hat Volksmusik bei vielen einen eher schlechten Ruf?
Was heißt bei vielen? Meistens ist es so, dass ein kleiner Prozentsatz schreit, von vielen gehört wird und die Äußerungen einer Minderheit plötzlich für die Meinung von vielen gehalten werden. Es reicht häufig, laut genug zu brüllen. Das ist ein allgemeines Phänomen. So wird eine kleine Partei, die mächtig auf den Putz haut, auf einmal Thema im ganzen Land. Bei der Musik ist es nicht anders. Irgendwelche Pseudo-Intellektuellen bezeichnen Volksmusik als dumpf und beleidigen damit die überwiegende Mehrheit. Diese klugen Leute setzen sich darüber hinweg, dass der Otto-Normalverbraucher gern einfache Musik hört. Das Schlimme ist, dass sie ihre Kritik nicht begründen und nicht einmal erklären können, was Volksmusik überhaupt ist. Ist es denn schlecht, Menschen zu unterhalten und sie abzulenken?

Ihre Frau ist mit Hollywood-Star Bruce Willis verwandt. Besteht regelmäßiger Kontakt?
Mit Bruce weniger, dafür aber mit seiner Mutter und seiner Schwester. Jemand wie Bruce Willis hat so viele Termine, dass er sich nicht wie unsereins mal eine halbe Stunde Zeit für einen kleinen Plausch nehmen kann.

Herr Gliem, laut Medienberichten sollen Sie bei der nächsten Staffel von „Promi Big Brother“ dabei sein. Stimmt das?
Ich habe Gespräche geführt, aber eine Vereinbarung gibt es nicht. In der „Bild“ stand zwar, dass ich schon unterschrieben habe. Davon weiß ich allerdings nichts.

Karten für „Appen musiziert“ gibt es im Ticket-Center des A. Beig-Verlags in Pinneberg, Damm 9-19, sowie in den Geschäftsstellen in Elmshorn, Schulstraße 62-66, in Wedel, Bahnhofstraße 65, in Quickborn, Kieler Straße 80, sowie in Barmstedt, Reichenstraße 17. Telefonische Vorbestellungen sind unter 04101-5356233 möglich. Die Tickets kosten 15 Euro. Weitere Vorverkaufsstellen sind: Marens LaDiDa, Hauptstraße 24 in Appen, Edeka Jensen, August-Christen-Straße 6 in Barmstedt, Edeka Appel, Waldhof 3 in Ellerbek, Theaterkasse Konzert und Event, Kirchenstraße 8 in Elmshorn, Edeka Böge, Hauptstraße 37-43 in Halstenbek, Theaterkasse Moorrege, Wedeler Chaussee 26 in Moorrege, Edeka Bert Meyer, Dingstätte 5 und Saarlandstraße 65 in Pinneberg, Edeka Böge, Nienhöfener Straße 19a in Pinneberg, Marktkauf, Peiner Hag 1 in Prisdorf, Edeka Appel, Krupunder 2 in Rellingen, Edeka Böge, Hauptstraße 39 in Rellingen, Edeka Ermeling, Gerberstraße 1 in Uetersen, Edeka Jensen, Am Marienhof 3 in Wedel, Edeka Paulsen, Im Sande 2, in Holm.
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