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Kammermusik in Quickborn : Wienbeck-Kramer sagt leise Tschüs

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die „Freunde der Kammermusik“ verlieren ihre stellvertretende Vorsitzende. Sie legt ihr Amt nieder.

Quickborn | Sie ist in der Öffentlichkeit für ihre Bescheidenheit bekannt. Hinter den Kulissen schätzt man ihren Fleiß und ihr Engagement für die Quickborner „Freunde der Kammermusik“. Nach fast 26 Jahren folgte der Verein nun dem Wunsch von Wiebke Wienbeck-Kramer, ihr Ehrenamt als stellvertretende Vorsitzende in jüngere Hände zu geben. Während einer Mitgliederversammlung wurde sie gebührend verabschiedet. Ihre Nachfolge tritt Johanna Schmaltz an.

„Ich denke, es ist genug. Jetzt müssen Jüngere ran. Man sollte nicht in alten Stiefeln weitermachen. Ich hoffe für den Verein, dass neue Ideen kommen und man mehr auf die Zuhörer und Mitglieder zugeht“, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Mit den Neujahrsempfängen und dem kalten Büfett wäre bereits ein erster Schritt getan.

„Sie hat bedeutend die Kunst- und Kulturszene in Quickborn mitgestaltet. Sie wird dem Verein mit ihrem großen Engagement fehlen, denn sie hat viel Zeit in das Amt investiert, den guten Kontakt zur Stadt gepflegt und immer neue Ideen eingebracht“, lobte sie der Vorsitzende Eberhard Hasenfratz. Bereits Anfang des Jahres wurde die 72-Jährige, die gern Musik von Bach, Beethoven und Brahms hört, von der Stadt für ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt.

Wienbeck-Kramer, dieser Name bleibt auch eng verbunden mit der Beschaffung eines Steinway-Flügels für die Konzerte der „Freunde der Kammermusik“. So ging sie in den Fachausschuss und überzeugte die Politiker, Zuschüsse für das Instrument locker zu machen.

„Da muss man kreativ sein, um Widrigkeiten zu überstehen“, erinnerte sie sich. Die Rechnung ging damals auf: Der Steinway wurde gekauft. „Die meiste Arbeit findet vor dem Konzert statt“, resümierte Wienbeck-Kramer. Auch das müsse man transparenter machen. Aber: „Es war eine tolle Zeit. Ich habe viel erlebt. Ich könnte ein Buch damit füllen,“ sagte sie und gab ein Beispiel: Einmal sollte ein Streichquartett aus Mexico City in Quickborn spielen. „Der Flug verspätete sich. Drei Stunden vor Beginn waren die Musiker erst in Fuhlsbüttel. Todmüde. In Jeans. Das Gepäck war nicht da, die Noten fehlten. Diese wurden dann per Fax aus Mexico City herübergeschickt“, sagte sie.

Dem Verein wird sie als Mitglied treu bleiben. Als Hörerin der wunderbaren Konzerte. Und auch im Ensemble „Flöte und mehr“ wird Wiebke Wienbeck-Kramer weiter mitmusizieren.

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erstellt am 23.Mai.2014 | 10:00 Uhr

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