Pinneberg : Wieder Wirbel um Schulsanierung

Pinnebergs Stadtverwaltung wird vorgeworfen, die Weichen für eine Sanierung der maroden Schule nicht rechtzeitig gestellt zu haben.
Pinnebergs Stadtverwaltung wird vorgeworfen, die Weichen für eine Sanierung der maroden Schule nicht rechtzeitig gestellt zu haben.

Der Rektor der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental wirft Pinnebergs Stadtverwaltung Versäumnisse vor.

shz.de von
12. Juni 2014, 16:30 Uhr

Pinneberg | Thomas Gerdes ist Rektor der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental. Und seit Dienstagabend ist er stinksauer. Pinnebergs Stadtverwaltung habe es versäumt, rechtzeitig die Weichen für eine Sanierung seiner maroden Schule zu stellen. Gerdes fürchtet jetzt, dass für die Sommerferien angepeilte Umbauten nicht rechtzeitig in Auftrag gegeben werden können – und er noch länger auf die Bauarbeiter warten muss.

Doris Ochterbeck (CDU), die dem Schulausschuss vorsitzt, bestätigte gestern, dass die Stadtverwaltung es nicht geschafft hat, die Vorlage rechtzeitig zur Sitzung vorzulegen. Das sei ein Versäumnis. „Ohne Unterlagen können wir nicht entscheiden.“ Ein Versuch der GAL, das Thema per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung zu setzen, sei gescheitert, weil ohne vorherige fraktionsinterne Beratung nicht entschieden werden könne, so Ochterbeck. Sie will die Kuh noch rechtzeitig vom Eis bekommen: „Wir planen jetzt eine Sondersitzung für den 2. Juli“, so die Christdemokratin.

Gerdes kann das nur bedingt beruhigen. Er hatte die Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend unter Protest verlassen. „Ich bin absolut außer mir“, so der Rektor, der dringend auf den Umbau des seit Jahren nicht genutzten Schwimmbeckens wartet. In die Halle sollen Sozialpädagogen einziehen – das würde die angespannte Raumsituation an der Schule insgesamt entspannen. „Die Aufträge liegen in der Schublade, eine Architektin wird bezahlt. Die jetzige Verzögerung könnte dazu führen, dass hier im Sommer gar nichts passiert“, so Gerdes. Für ihn ist klar: „Das kann Zeit und Geld kosten.“ Und er findet noch deutlichere Worte: „Das muss im Rathaus Konsequenzen haben.“

Unter der Überschrift „Hier vergammelt eine Schule“ hatte unsere Zeitung im September 2012 massive Baumängel an der Grund- und Gemeinschaftsschule öffentlich gemacht. In der Folge war über einen Neubau der Bildungseinrichtung diskutiert worden. Im März 2013 hatte die Politik allerdings entschieden, die Schule zu sanieren.

Mit der Verabschiedung eines Schulsanierungsplans wurde im Februar 2014 dann der Kurs vorgegeben. Einige Baumaßnahmen, unter anderem an der Grund- und Gemeinschaftsschule, waren im städtischen Haushalt mit Sperrvermerken versehen worden, die aufgehoben werden müssen, damit Geld fließt. Auf Letzteres muss Gerdes jetzt weiter warten.

Bürgermeisterin Urte Steinberg äußerte gestern Verständnis für die Wut des Schulleiters. „Es war uns leider nicht möglich, mehrere Vorlagen rechtzeitig fertig zu stellen.“ Sie entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten, die eine Sondersitzung im Juli mit sich bringe.

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