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Kreis Pinneberg : Wie Stammzellspenden Leben retten können

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kevin Krüger bekommt 2011 lebensrettende Stammzellen. Die Aktion für Simon läuft weiter auf Hochtouren.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 12:15 Uhr

Kreis Pinneberg | Stammzellspenden für Leukämiekranke können Leben retten. 2011 haben sich 2700 Menschen aus der ganzen Region typisieren lassen. So hat der damals 20 Jahre alte Pinneberger Kevin Krüger einen genetischen Zwilling gefunden. Eine Transplantation war erfolgreich. Heute plant der 24-Jährige seine Zukunft.

Aus Sicht der Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) war die Typisierungsaktion in der evangelischen freikirchlichen Gemeinde in Pinneberg ein großer Erfolg. Bis heute seien aus den 2700 Teilnehmern 18 Stammzellspender hervorgegangen. Das teilte die DKMS mit.

Seit Kevins Erkrankung und Transplantation sind inzwischen mehr als vier Jahre vergangen. Bis auf Narben am Hals, die ein Venenkatheter hinterlassen hat, erinnert den angehenden Verwaltungsfachangestellten und baldigen Studenten nichts mehr an die Krankheit. „Rückblickend habe ich die Diagnose sehr gelassen hingenommen, da ich mich mit Leukämie vorher nie beschäftigt habe. Die ersten Wochen kamen mir sehr realitätsfremd vor. Einen Tag bevor ich ins Krankenhaus kam, habe ich noch gearbeitet. Das ich nun plötzlich an einer schweren Krankheit leide, wollte ich nicht wahrhaben. Ich habe von Tag zu Tag gedacht“, sagt der 24-Jährige im Interview mit der DKMS.

Die Typisierungsaktion für Simon und andere findet am Sonnabend, 28. März, zwischen 11 und 16 Uhr in der Cafeteria der Kreisverwaltung, Kurt-Wagener-Straße 11 in Elmshorn statt.

Wie bei dem Pinneberger Simon, für den am kommenden Wochenende in Elmshorn ein Spender gefunden werden soll, waren es vor allem Familie und Freunde, die ihm in dieser schweren Zeit Kraft gegeben haben und eine Registrierungsaktion ins Leben riefen. „Als ich einige Chemos hinter mir hatte und keine die gewünschte Wirkung zeigte, stand fest, dass ich eine Stammzelltransplantation brauchte. Ich habe den Arzt gefragt, wie wahrscheinlich es ist, dass ich das Ganze nicht überstehe. Er antwortete: 50/50.“ Das habe ihn sehr runtergezogen, erinnert sich Kevin. Dennoch habe er nicht aufgegeben.

Der Pinneberger Rotary Club unterstützt die Typisierungsaktion für Simon mit 2000 Euro. „Es ist wichtig, dass sich möglichst viele junge Leute untersuchen und registrieren lassen. Je jünger sie sind, desto länger sind sie als potentielle Spender in der Datei“, sagt Volker Gawron, Präsident der Pinneberger Rotarier. Der Club mit derzeit 47 Mitgliedern habe auch in der Vergangenheit schon Typisierungsaktionen unterstützt. „Ich selbst habe mich auch registrieren lassen. Genauso wie nahezu alle anderen Rotary-Freunde.“
Gawron beschreibt, wie wichtig regionale Typisierungsaktionen sind: „Auch wenn ein Spender theoretisch auf der ganzen Welt gefunden werden könnte, ist es wahrscheinlicher, dass das in der eigenen Region passiert. Wir sind uns genetisch ähnlicher als Menschen etwa in Afrika.“ Gawron will möglichen Spendern die Angst vor Nebenwirkungen nach einer Transplantation nehmen. „Es gibt heute kaum noch Nebenwirkungen. Medizinisch hat sich in den vergangenen 15 Jahren Einiges getan.“
Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) hofft auf mehr als 1000 Spender am kommenden Sonnabend. Für die Blutanalysen seien mehr als 50000 Euro nötig. Deswegen appellieren DKMS und Angehörige von Simon an die Unternehmen in der Region zu helfen. Auch Benefizaktionen von Vereinen, Kirchen, Geschäften und Einzelpersonen seien willkommen. DKMS-Spendenkonto: IBAN DE55 1007 0848 0151 2318 16 BIC DEUTDEDB110

Kevins Stammzellspende wurde schließlich aus New York eingeflogen. „Die Transplantation an sich läuft eigentlich ziemlich unspektakulär ab. Die Stammzellen laufen wie eine Bluttransfusion über eine Kanüle ins Blut, suchen sich ihren Weg ins Knochenmark, um dort anzuwachsen und neues gesundes Blut zu bilden“, sagt sich Krüger. „Meine Spenderin kommt aus der Nähe von Florida und ich freue mich darauf, sie bald zu besuchen. Wir schreiben uns im Moment sehr häufig.“

Für den kommenden Sonnabend organisiert die DKMS eine Typisierungsaktion im Elmshorner Kreishaus. Die Gesellschaft hofft auf bis zu 1000 Menschen, die ihr Blut analysieren lassen. Die DKMS pflegt die nach eigenen Angaben weltweit größte Datenbank mit potentiellen Spendern. Mehr als fünf Millionen Menschen sind demnach dort registriert.

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