Wie gefährlich ist die Deponie?

puttmann
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ausschuss Appen diskutiert über Grundwasser

shz.de von
07. März 2017, 17:08 Uhr

„Da kommt eine Menge Dreck heraus“, sagte Christiane Bergmann (Foto) am Dienstagabend im Appener Bürgerhaus, als der Umweltausschuss der Gemeinde sich mit der Grundwasseranalyse der Deponie Schäferhof beschäftigte. Die Werte legte der Kreis Pinneberg wie nach der Deponie-Abdeckung abgesprochen vor, sah sich laut des Ausschussvorsitzenden Jürgen Koopmann (CDU) jedoch nicht in der Lage, die Unterlagen zu kommentieren. Dementsprechend ratlos waren die Politiker, die mit den Diagrammen ohne Erläuterungen verständlicherweise nicht viel anfangen konnten. Im Gegensatz zur in Appen wohnenden Biologin Bergmann, die sich schon seit Jahren intensiv mit der Deponie-Problematik beschäftigt und auf Bitte der Ausschussmitglieder versuchte, den Part des Kreises zu übernehmen. Ihr bereite vor allem das Auftreten von giftigen Substanzen wie Arsen Sorgen, erklärte die Biologin. Die könnten dazu führen, dass gehäuft Krebserkrankungen auftreten.


Dringender Klärungsbedarf


Die Appener Politik sieht deshalb dringenden Klärungsbedarf und will den Kreis Pinneberg nun auffordern, bei der nächsten Sitzung des Umweltausschusses Stellung zu nehmen. Schriftliche Erläuterungen reichen dem Gremium nicht aus. Ein Vertreter des Kreises soll vor Ort Fragen beantworten. „Wir haben nicht nur auf irgendwelche Linien Anspruch“, kritisierte Heidrun Osterhoff (FDP). Die Gemeinde zahle schließlich eine hohe Kreisumlage und könne deshalb erwarten, dass sie gerade bei einem solchen Thema vernünftig informiert und nicht einfach mit Diagrammen abgespeist werde, die nur für Experten verständlich seien. Ohne die Bergmann-Ausführungen wüsste keiner, was los ist.

Während die eigentlich schon zu den Akten gelegte Deponie-Debatte nun wieder neu entflammt ist, können zumindest die Heizungs- und Lüftungsprobleme in der Distelkamphalle demnächst zu den Akten gelegt werden. Der Ausschuss sprach sich mit den Stimmen von CDU und FDP für eine Sanierung von Lüftung und Brandschutzklappen aus. Die Kosten betragen etwa 119  000 Euro. Die SPD hatte sich für eine Erneuerung der Lüftung ausgesprochen. Dafür würden rund 179  000 Euro anfallen. „Die Energieeffizienz wäre wesentlich höher und wir würden pro Jahr 6000 Euro einsparen“, sagte Stefan Puttmann (SPD). Die Halle beschäftigt die Appener Politik schon seit Monaten. Es war sogar befürchtet worden, dass ohne vernünftige Heizung und Lüftung im Winter kein Hallenbetrieb möglich ist. Das konnte mit Müh und Not verhindert werden.

Für Verdruss sorgte eine unerwünschte Baumabholzung im neuen Baugebiet Bargstücken. Dort sei eine Firma mit der Knickpflege beauftragt worden, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Walter Lorenzen (SPD). Bei den Arbeiten seien auch die Bäume entfernt worden, deren Abholzung definitiv nichts mit Knickpflege zu tun habe. Mit den Gründen für die Panne wird sich heute ab 19.30 Uhr auch der Appener Bauausschuss beschäftigen im Bürgerhaus. Der Umweltausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, eine Ersatzpflanzung für die verschwundenen Bäume zu fordern.

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