Metaplan-Schulpreis : Wie die Schüler der Comenius-Schule Zeiträuber jagen

Zeigen das Methodenhaus der Comenius-Schule: Ben-Lamine Barry und Ilayda Uslu.
Zeigen das Methodenhaus der Comenius-Schule: Ben-Lamine Barry und Ilayda Uslu.

Die Schüler in Quickborn lernen systematisch neue Arbeitsmethoden. Projekt wurde mit dem Metaplan-Preis ausgezeichnet.

shz.de von
06. Juli 2018, 10:00 Uhr

Quickborn | Das Quickborner Unternehmen Metaplan lobt alljährlich einen Schulpreis aus, um den sich die Schulen im Kreis Pinneberg bewerben können. Gerade hat die Ausschreibung für den Innovationspreis 2018 begonnen. Wir stellen in dieser Woche die geehrten Schulen und die Konzepte vor, mit denen Schulen der Region die Jury im vergangenen Jahr überzeugt haben. Heute: die Comenius-Schule Quickborn. Vokabeln pauken, Formeln lernen, Grammatik büffeln: Für Schüler Alltag. Doch wie lernen Kinder und Jugendliche am besten, wie sie effektiv lernen? Darüber hat sich die Comenius-Schule Quickborn Gedanken gemacht. Und dafür einen Metaplan-Preis gewonnen.

Das Methodenhaus

„Wir haben beschlossen, mal festzuhalten, welche Arbeitsmethoden Schüler beherrschen müssen“, sagt Susanne von Glasenapp, Rektorin der Comenius-Schule, die seit 2014 Gemeinschaftsschule ist. Ergebnis: Das Methodenhaus. Dessen Mauern bestehen aus Tipps und Tricks, wie die Schüler sich den Lernstoff am besten aneignen. Die Blöcke heißen „Ich lerne mit Köpfchen“ und „Ich lerne organisieren“. „Zeitmanagement“ und „PC-Arbeit“ gehören ebenfalls dazu. Und „Ich präsentiere Arbeitsergebnisse“. Soweit die Theorie.

In der Praxis vermitteln die Lehrer die Lernstrategien an drei bis vier Methodentagen pro Schuljahr. „Unter dem Motto ,Ich weiß, was ich kann’ haben wir uns zum Beispiel mit Stärken und Schwächen beschäftigt“, sagt Ben-Lamine Barry, Sprecher der Klasse 8a. So haben die Jugendlichen etwa Figuren gemalt, denen sie große Herzen oder große Füße verpassten. „Das stand für viel Gefühl oder Bodenständigkeit“, sagt Ben-Lamine.

Wenn Lernzeit fehlt

Außerdem haben die Schüler Jagd auf Zeiträuber gemacht. „Die sozialen Medien rauben einem besonders viel Lernzeit. Aber für mich ist es jetzt wichtig, erst die Verpflichtungen erledigt zu haben, bevor ich Sport mache oder ich mich mit sozialen Netzwerken beschäftige“, sagt Ben-Lamine.

Für Ilayda Uslu, ebenfalls in der Klasse 8a und stellvertretende Schülersprecherin, hat sich der Workshop zum Vokabeln lernen ausgezahlt: „Ich schreibe jetzt ganze Sätze mit den Wörtern auf, die ich lernen muss. Dann bleiben sie deutlich besser im Kopf.“

Arbeitsstrategien lernen

Der große Vorteil der Methodentage: Die Schüler können sich die Arbeitsstrategien systematisch aneignen. „Das ist etwas, was im Unterrichtsalltag oft nicht so intensiv möglich ist“, sagt Projektentwicklerin Sandra Stratmann, stellvertretende Schulleiterin und Klassenlehrerin der 8a.

Dabei wird auf die besondere Lebensphase der Schüler Rücksicht genommen. In der neunten Klasse geht es etwa um die unterrichtsbegleitende Projektarbeit. Die zehnte Klasse wird besonders intensiv auf ihren Abschluss vorbereitet. Und auch einen baustein Berufsorientierung gibt es. Das Methodenhaus macht deutlich transparenter, was auf der Agenda steht. Stratmann sagt: „Wir haben einen genauen Erwartungshorizont, was die Schüler können sollen.

Ab sofort können sich Schulen mit ihren Projekten um den diesjährigen Metaplan-Schulpreis bewerben. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Unterrichtsqualität entwickeln – Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung von Unterricht und Optimierung des alltäglichen Lernens der Schülerinnen und Schüler.“ Rückfragen beantwortet Michael Doppke unter Telefon (04106)73762. Bewerbungen werden noch bis 16. Oktober entgegengenommen – unter innovation@metaplan.com oder per Post an: Metaplan GmbH, Goethestraße 16, 25451 Quickborn.
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