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Pinneberg / Madrid : Wie die Pinneberger Fotofreunde bei der Verhaftung von Taschendieben in Spanien halfen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Pinneberger Fotofreunde waren in Madrid unterwegs und knipsten einen Taschendieb in Aktion – Täter wurde überführt.

Pinneberg / Madrid | Ausgeraubt in Madrid, aber die Touristen aus Pinneberg konnten den dreisten Taschendieb überführen: Marietta Hagedorn und zehn weitere Mitglieder des Fotokreises Pinneberg wollten nur eine Woche in der spanischen Hauptstadt verbringen, um dort der Fotografie zu frönen. Am Ende überführten sie mit ihrem Hobby einen Taschendieb, der Hagedorn den Rücksack leergeräumt hatte.

Es ist der 13. Oktober um 10.50 Uhr als Hagedorn und ihre Fotofreunde – wie viele andere Touristen – den Platz vorm Königspalast besichtigen. „Vier Nonnen versuchten sich vor dem Palast gegenseitig zu fotografieren, da bot ich unsere Hilfe an“, erinnert sich die 72-Jährige. Die Stimmung war gut, die Ordensschwestern, aus Karlsruhe und Stuttgart, freuten sich über die freundlichen Pinneberger.

Eine Viertelstunde später dann der Schreck: „Marietta, mach lieber Deinen Rucksack zu“, warnte Fotofreund Bernd. Der Reißverschluss war geöffnet. „Und gab den Blick auf ein leeres Innenfach frei – mein Portemonnaie war weg“, berichtet Hagedorn. „Ich habe gar nicht bemerkt, dass da jemand an meinem Rucksack war – das war ein Profi“, erinnert sie sich. Alles war weg: In der Geldbörse befanden sich ihre Papiere, ihr Personalausweis und ihr Führerschein sowie Kreditkarten. Außerdem fehlte ein Briefumschlag, darin eine hohe Summe Bargeld. „Wir konnten erst später im Hotel einchecken, deswegen hatte ich das Bargeld bei mir.“ Panisch lief die Hobby-Fotografin zu einem Sicherheitsfahrzeug vor dem Schloss und schilderte den Beamten den Vorfall. Währenddessen kontrollierte Fotofreund Klaus die Bilder auf seiner Digitalkamera. „Und tatsächlich hatte er den Taschendieb aufgenommen“, berichtet Hagedorn. Die Beamten erkannten den Schurken sofort. „Den haben wir gestern schon mal festgenommen, aber wir hatten keine Beweise und mussten ihn wieder gehen lassen.“

Mit Hilfe des Fotos starteten sie die Fahndung. „Ich sagte zu Hartwig: Ich verstehe das nicht, hätten die Nonnen mich nicht beschützen können? Er antwortete: Wo das Gute ist, ist das Böse nicht fern“, erinnert sich Hagedorn. Sie rechnete sich keine hohen Chancen aus, ihren Ausweis oder gar ihr Geld wiederzubekommen. Bereits am Nachmittag klingelte gegen 16 Uhr ihr Handy. Die Polizei: „Das Portemonnaie wurde gefunden.“ Sie hatten den Taschendieb geschnappt und die Geldbörse in einem Mülleimer gefunden. „Ich war überglücklich, alle Papiere und Scheckkarten waren noch darin – nur das Geld fehlte“, berichtet die Fotografin. Einer der Beamten versprach ihr: „Ihr Geld bekommen sie auch noch.“ Hagedorn sollte einen Kaffee trinken gehen. Eine halbe Stunde später wurde sie wieder ins Revier gerufen. „Der nette Beamte hielt ein Bündel Geldscheine in der Hand, zählte mir langsam die Euro vor“, so Hagedorn, die ihr Glück immer noch kaum fassen kann. Die Polizisten lehnten Geld für ihre Kaffeekasse ab, erwiderten: „Wir haben nur unsere Pflicht getan.“ Hagedorn verließ gut gelaunt das Revier. „Und ich sagte zu den anderen: Wo das Böse ist, ist das Gute nicht fern“, sagt Hagedorn und lacht.

Am selben Tag bekam sie eine selbstgenähte Bauchtasche von einer der Mitreisenden geschenkt. Die erwies sich noch in Madrid als nützlich: Beim Einkaufsbummel in einem Bekleidungsgeschäft tippte der Ladendetektiv Hagedorn auf die Schulter. „Ich erschrak, dachte, er verdächtige mich des Ladendiebstahls.“ Aber: Schon wieder stand der Rucksack offen. „Diesmal hatte ich alles in meiner Bauchtasche“, so Hagedorn erleichtert. Als sie und ihre Freundin Ingrid für die Zeugenaussage warteten, kamen die altbekannten Polizisten in den Warteraum: „Wir haben schallend gelacht, uns schon wieder zu begegnen.“

Der Fotokreis Pinneberg wurde 1971 gegründet. Ursprünglich ist er aus einem Volkshochschul-Kursus entstanden. Derzeit sind es etwa 25 Frauen und Männer aus unterschiedlichen Bereichen, die eines verbindet: der Spaß an der Fotografie.
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erstellt am 20.Nov.2014 | 16:00 Uhr

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