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Pinneberger Geschichte : „Wie die Bienenschwärme“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kaum zu glauben: Einst war Pinneberg eine Touristenhochburg. Historiker Peter Russ erinnert bei seinem Stadtrundgang an diese glorreiche Zeit.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Heutzutage kämpft Pinneberg um sein Image, liegt bei der Freizeitgestaltung im Schatten der großen Hansestadt Hamburg. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert sah das noch ganz anders aus. „Wie Bienenschwärme“ seien die Ausflügler jedes Wochenende über die Stadt hereingebrochen, schrieb ein zeitgenössischer Beobachter. Die Straßen der Kreisstadt: gesäumt von Hotels, Restaurants und Verkaufsbuden.

„Pinneberg war das bevorzugte Ausflugsziel der Bewohner von Hamburg und Altona“, erklärt der Historiker Peter Russ. Zunächst reisten sie mit der Kutsche oder sogar zu Fuß, später mit der Eisenbahn. Im feinen Zwirn lustwandelten die Besucher dann durch den Fahlt, besuchten das Waldschwimmbad und atmeten tief durch. Russ erklärt: „Pinneberg war damals tatsächlich Luftkurort.“ Um das Jahr 1900 empfing die Stadt an der Pinnau 100 000 Gäste pro Jahr. Die zunehmende Industrialisierung im 20. Jahrhundert ließ Pinneberg dann als Ausflugsziel zunehmend unattraktiver werden.

Um den Pinnebergern diesen Teil ihrer Geschichte zu vermitteln, schlüpft Russ wieder in die Nachtwächteruniform des Pinneberger Stadtoriginals Otto Klafack. Am 20. September streift der Historiker durch Pinnebergs Straßen und erzählt von der Vergangenheit als Tourismusmagnet. Großformatige Postkarten aus der damaligen Zeit illustrieren die Epoche. „Von den damaligen Gebäuden steht ja nichts mehr“, bedauert Russ. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Pinneberger Bahnhofsvorplatz. Eine Anmeldung ist nicht nötig, vor Ort sind fünf Euro für die Teilnahme zu bezahlen. Nach zwei Stunden endet die Tour am Cap Polonio.

Russ erster historischer Stadtrundgang in Nachtwächteruniform war im Juni ein voller Erfolg. „Ich habe mit 30 bis 40 Besuchern gerechnet – am Ende waren es mehr als 80 Menschen.“ Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg berichtet begeistert von dem Erlebnis: „Pinneberger Geschichte wird hier lebendig.“ Aufgrund des Besucherandrangs will Russ auch den Rundgang aus dem Juni am Freitag, 11. Oktober, ab 19 Uhr wiederholen. Bei dieser Führung liegt der Schwerpunkt auf einem allgemeineren Einblick in die Geschichte. Beide Stadtrundgänge sind auch für ansonsten für Besuchergruppen zu besuchen.

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