Wettbewerb um das beste Personal

 Bürgermeisterin Anja Radtke sieht die Personalsituation im Rathaus kritisch.PT
Bürgermeisterin Anja Radtke sieht die Personalsituation im Rathaus kritisch.PT

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18. Januar 2013, 01:14 Uhr

Rellingen | Der Fachkräftemangel ist auch in den Rathäusern angekommen. "Es wird immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden", sagt Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke. Sie musste im vergangenen Jahr einige Abgänge verkraften. Acht Mitarbeiter wurden in den Ruhestand verabschiedet, fünf weitere verließen die Gemeinde aus freien Stücken. Die Suche nach Ersatz erwies sich als ziemlich kompliziert. Es sind immer noch nicht alle Stellen besetzt. Dabei sei es von großer Bedeutung, gutes Personal mit gutem Fachwissen für Rellingen zu begeistern, betont Radtke. Denn fähige Mitarbeiter seien dringend notwendig, um einen hervorragenden Service für die Bürger auch in Zukunft zu gewährleisten und als zuverlässiger Dienstleister zu überzeugen. Zwar bewarben sich auf jede freie Stelle zirka 20 Interessenten, davon hätten jedoch rund 70 Prozent bisher noch keine Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit gesammelt, so Radtke. Von den besten Bewerbern seien zudem einige wieder abgesprungen, weil sie bereits Angebote anderer Kommunen angenommen hätten. "Der Markt ist unglaublich in Bewegung", erklärt die Verwaltungschefin. Zwischen den einzelnen Rathäusern herrsche inzwischen ein Konkurrenzkampf um die besten Kräfte. Rellingen müsse deshalb wesentlich mehr tun als früher, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. "Wir müssen schauen, wie wir Werbung für unser Rathaus machen können", erklärt die Verwaltungschefin. Das sei eine der Herausforderungen für die kommenden Jahre. Um im Rennen um gutes Personal die Nase vorn zu haben, wird außerdem eng mit der Agentur für Arbeit zusammengearbeitet. Finanzielle Köder können nicht ausgeworfen werden, da das Rathaus an die Tarifgehälter gebunden ist. Ein weiterer Nachteil für Rellingen ist die relativ junge Führungsriege. Das bedeutet laut Radtke, dass die Spitzenposten vermutlich für die kommenden Jahrzehnte vergeben sind. Das sichere zwar Konstanz in der Verwaltung, für die jüngeren Mitarbeiter ist das allerdings nicht unbedingt ein Vorteil, da sie in absehbarer Zeit kaum Chancen auf eine Leitungsposition haben. Wenn diese Perspektive woanders gegeben sei, würde eben der Arbeitsplatz gewechselt, so die Bürgermeisterin. Das könne sie niemandem verdenken, auch wenn die Abgänge für Rellingen bedauerlich seien. Der allgemeine Trend auf dem Arbeitsmarkt mache eben selbst vor den Rathäusern nicht halt. Es sei immer seltener der Fall, dass jemand von der Ausbildung bis zum Ruhestand nur in einer Verwaltung tätig sei.

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