Von Stillstand keine Spur : Westumgehung Pinneberg: Alles im Zeitplan

Die Bagger haben bereits die Schneise für die Westumgehung geschlagen.
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Die Bagger haben bereits die Schneise für die Westumgehung geschlagen.

Vorbereitungen für Brückenbauwerk über die Bahnstraße laufen. Bahn senkt ab Montag Oberleitungen. Erster Spatenstich im Herbst.

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17. Juli 2015, 14:30 Uhr

Pinneberg | Die Arbeiten für die Westumgehung gehen voran: Am Montag, 20. Juli, werde mit der Absenkung der Oberleitungen der Bahn begonnen, die für das Brückenbauwerk der Westumgehung über die Bahntrasse in Höhe Siemensstraße/Ziegeleistraße notwendig sei. Das teilte gestern Bürgermeisterin Urte Steinberg mit.

„Zunächst wird ein Stahlrohr wegen der Standfestigkeit in die Erde gerammt. Auf jeder Gleisseite werden dann sieben Fundamente gesetzt. Darauf werden die Masten gestellt“, erläuterte gestern Bertram Hofer, Projektleiter Fernverkehr der SPL Powerlines Germany GmbH.

Diese Arbeiten dauern bis zum 16. September und erfolgen jeweils wochentags von 24 bis 5 Uhr. Nach der sogenannten Rammrohrgründung werden die Oberleitungen umgebaut und die Altmasten zurückgebaut.

„Damit der Zugverkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, können diese Arbeiten nur in den nächtlichen Sperrpausen durchgeführt werden, die bereits seit vielen Monaten feststehen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Und weiter: „Wir sind bemüht, die von den Bauarbeiten ausgehenden Störungen so gering wie möglich zu halten. Trotzdem lassen sich Beeinträchtigungen und Veränderungen im Bauablauf nicht gänzlich ausschließen. Dafür bitten wir um Verständnis“, sagte Steinberg. Die Anwohner würden zusätzlich direkt von der Deutschen Bahn über die Maßnahme informiert.

Weitere Arbeiten im Zeitplan

Außer der Absenkung der Oberleitungen laufen auch die weiteren Arbeiten planmäßig. „Aktuell erfolgen die Ausschreibungen für die Erd- und Straßenarbeiten. Ich gehe davon aus, dass der Baustart im Herbst 2015 stattfinden wird“, so Steinberg weiter.

Die Verwaltungschefin hatte Anfang Februar An den Fischteichen den Startschuss für die Rodungsarbeiten gegeben. Bäume und Sträucher wurden im Zuge des geplanten Baus der noch fehlenden Abschnitte der Trasse zwischen der Mühlenstraße und der Autobahnanschlussstelle Pinneberg-Nord beidseitig entfernt. In den vergangenen Monaten sah es so aus, als würde es mit der Westumgehung nicht vorangehen. Doch dem sei nicht so, betonte die Bürgermeisterin. Auch wenn derzeit auf der Trasse keine Arbeiten zu sehen seien, liefen die Planungen intensiv weiter.

Ein erstes, 1,6 Kilometer langes Teilstück war im Zuge der Entwicklung des Rosenfelds vor zehn Jahren von einem Investor fertiggestellt worden. Bis 2018 sollen weitere 2,8 Kilometer realisiert werden. Dazu gibt es keine Alternative. Denn: Wird das Projekt nicht rechtzeitig fertig, droht die Streichung der Fördermittel: Aktuell kostet die Realisierung der Westumgehung 26,9 Millionen – vier Millionen Euro mehr als geplant.

  • 1950er Jahre: Über eine Pinneberger Westumgehung wird erstmals diskutiert

  • 1985: Ratsversammlung plant Bau der Westumgehung

  • 1988: Verkehrsministerium leitet Planverfahren ein

  • Ab 1990: Gegner der Straße bekämpfen das Projekt

  • 2002: Das erste Teilstück, der Westring, wird gebaut

  • 2010: Planfeststellungsbeschluss für die Fertigstellung liegt vor

  • 2013: Oberverwaltungsgericht Schleswig weist sämtliche Klagen zurück

  • 2014: Kauf der letzten Grundstücke

  • 2015: Rodungsarbeiten beginnen

Es steht also viel auf dem Spiel: Die Bürgermeisterin und Befürworter wie die Mitglieder der Bürgerinitiative „Pinneberger-Westumgehung-Jetzt“ erhoffen sich von der Umgehungsstraße eine verkehrliche Entlastung der Innenstadt sowie die Erschließung von neuen Gewerbegebieten.

Die Rechnung dürfte aufgehen: „Es gibt Anfragen nach autobahnnahen Gewerbeflächen. Der Bauzeitenplan ist den großen Gewerbemaklern in Hamburg bekannt, so dass Hamburger Unternehmen ihre Planungen auch auf Pinneberg richten können“, informierte gestern Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa.

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