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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 12:49 Uhr

Westumgehung: Der Weg ist frei

vom

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erstellt am 16.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | "Herrlich, mein Tag ist gerettet." Uwe Kleinig kann sich kaum einkriegen, als er gestern Nachmittag von dem Spruch des Oberverwaltungsgerichts Schleswig erfährt. Die Richter geben grünes Licht für den Bau der Pinneberger Westumgehung. Das juristische Verfahren ist abgeschlossen. Endgültig.

Kleinig, der mit seinen Kollegen vom 2010 gegründeten Verein "Pinneberger-Westumgehung-Jetzt" seit Jahren für die Straße kämpft, hofft auf einen Baubeginn im Frühjahr 2014. Wann genau die Bagger rollen, dazu will sich Bauamtschef Klaus Stieghorst noch nicht äußern. "Aber der Bau wird nicht so lange dauern, wie die Planungsphase", verspricht ein hoffnungsfroher Amtsleiter. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens beziffert er auf 28,85 Millionen Euro.

Kritiker der Straße hatten die Finanzierbarkeit des Projekts zuletzt immer wieder in Frage gestellt. Spannend: Für die Richter sind nach der Planfeststellung explodierende Baukosten kein Argument für eine Berufungsverhandlung. Ausschlaggebend sei, dass im Jahr 2010 ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorgelegen habe. Die Annahme späterer Kostensteigerungen sei "nicht mehr entscheidungserheblich."

Kiel hat bereits zugesagt, den Bau der Westumgehung mit 17,6 Millionen Euro zu fördern - wenn die Haushaltssituation des Landes es zulässt. Pinneberg verlässt sich auf die in Aussicht gestellten Zuschüsse. Laut Stieghorst müssten 2014 voraussichtlich 4,89 Millionen Euro in den städtischen Haushalt eingestellt werden. Der Amtsleiter frohlockt: "Jetzt ist der Weg frei. Der Bau dieser Straße wird die Erschließung der Gewerbegebiete Müssentwiete und Ossenpadd ermöglichen und die Anwohner von Hauptverkehrsstraßen besonders in Pinnebergs Norden deutlich vom Verkehr und damit von Lärm und Abgasen entlasten."

Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg macht aus ihrer Freude keinen Hehl: "Mit großer Erleichterung habe ich die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes aufgenommen. Ein guter Tag für Pinneberg und die Basis für einen großen Schritt nach vorn, von dem alle Bürger profitieren werden."

Für wenig Begeisterung sorgt der Spruch der Richter bei Wilhelm Mecklenburg. Der Anwalt vertritt den letzten verbliebenen Kläger - das Chemieunternehmen Asto, das zur Rowa-Group gehört. "Ich bin enttäuscht und juristisch nicht zufrieden", so Mecklenburg gestern. "Dieses Verfahren war kein Ruhmesblatt für den Rechtsstaat." Dem Juristen bleiben keine Rechtsmittel mehr. "Die rechtliche Auseinandersetzung um die Pinneberger Westumgehung ist für mich abgeschlossen." Seitens der Rowa gab man sich gestern schmallippig. "Wir haben entschieden, uns nicht weiter zu dem Fall zu äußern", so ein Sprecher des Unternehmens.

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