Bönniingstedt : Wer klaut Pflanzen von den Gräbern?

Kahlschlag: Von der rechten Seite des Grabs wurden Heidekraut, Maiglöckchen und Vergissmeinnicht gestohlen. Auch eine Rose neben dem Grabstein wurde ausgegraben.
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Kahlschlag: Von der rechten Seite des Grabs wurden Heidekraut, Maiglöckchen und Vergissmeinnicht gestohlen. Auch eine Rose neben dem Grabstein wurde ausgegraben.

Auf dem Heidefriedhof wird gestohlen. Eine Bönningstedterin ist deshalb sauer.

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13. Juni 2014, 12:00 Uhr

Bönningstedt | Die Bönningstedterin Sabine Jacubowski-Schwarz steht am Grab ihrer Eltern und kämpft mit den Tränen. „Letzte Woche blühten hier noch Vergissmeinnicht und eine große Rose trieb die ersten Blüten“, sagt sie und zeigt auf die rechte Seite der Ruhestätte. Dort ist nur noch nackte Erde zu sehen.

Bereits zum dritten Mal muss Jacubowski-Schwarz diese traurige Erfahrung machen. „Das erste Mal, vor etwa drei Jahren, waren sämtliche Stauden und alle anderen Pflanzen weg“, berichtet sie. Schon damals habe sie vor der Frage gestanden: Wer tut so etwas?

Als zum zweiten Mal, kurz vor dem Tod ihrer Mutter, sämtliche Blumen verschwunden waren, keimte ein böser Verdacht auf: „Habe ich Feinde?“, fragte sich die Bönningstedterin, die an einen Zufall nicht glauben mochte. „Dieses Misstrauen ist wie ein Dolchstoß ins Herz“, sagte die Naturliebhaberin, die mit Blumen und Stauden das Grab gern liebevoll gestaltet.

„Ich habe dann andere Friedhofsbesucher angesprochen und war fast erleichtert, zu erfahren, dass auch von anderen Gräbern schon Pflanzen verschwunden sind“, erzählt Jacubowski-Schwarz. Eine Dame sei inzwischen so frustriert, dass sie nur noch den Bodendecker Immergrün verwende.

Auch ein Gärtner habe ihr bestätigt, dass Blumensträuße verschwunden und Stauden ausgegraben worden seien. „Eine Anzeige bei der Polizei nützt doch nichts – da kommt doch nur nach ein paar Wochen ein Brief, dass die Ermittlungen gegen Unbekannt kein Ergebnis erbracht hätten“, sagt sie.

Dennoch rät die Quickborner Verwaltung, Strafanzeige zu erstatten. „Das Problem gibt es auf vielen Friedhöfen“, bestätigt der zuständige Sachbearbeiter.

Zwar sei die Verwaltung machtlos und habe so gut wie keine Möglichkeiten, den Diebstahl zu unterbinden, doch sollten die Vorfälle trotzdem gemeldet werden. „Wir appellieren außerdem an die Friedhofsbesucher, die Augen offen zu halten und Verdächtiges sofort zu melden“, so der Mitarbeiter der Verwaltung.

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