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Kreis Pinneberg : Wenn Kinder zu Packeseln werden

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mancher Schüler wird vor allem körperlich überfordert: Viele Kinder leiden unter schweren Ranzen. In Elmshorn hat man für das Problem eine interessante Lösung gefunden.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Das weitverbreitete Problem der übergewichtigen Ranzen existiere nur an den weiterführenden Schulen, aber nicht an allen und nicht bei den unteren Jahrgängen, weiß Alexandra Waßong, erste Elternvertreterin der Helene Lange-Schule in Pinneberg: „Das liegt ganz einfach daran, dass ältere Schüler beispielsweise an einem Gymnasium bis zu sechs unterschiedliche Unterrichtsräume nutzen und daher ihre Materialien immer dabei haben müssen. Das sieht an den Grundschulen ganz anders aus, wo die im Vergleich wenigen Bücher und Hefte im Klassenraum verbleiben können.“

Der Kreis Pinneberger Schulrat Michael Doppke empfiehlt betroffenen Eltern, die das Gewicht der Ranzen als deutlich zu hoch empfinden, in den einzelnen Schulen das Gespräch mit der Leitung zu suchen oder in Eigeninitiative Möglichkeiten zu schaffen, dass ein Teil der Bücher in den Gebäuden lagert. Entweder in Schließfächern oder in anderen Ablagemöglichkeiten. „Aber es ist ebenso ratsam, die Ranzen und Taschen regelmäßig darauf zu untersuchen, ob auch wirklich alles gebraucht wird, was sich darin befindet“, so Doppke.

Beide, Elternvertreterin Waßong und Kontrolleur Doppke, wissen, dass aber auch das teilweise übertriebene Marken- und Modebewußtsein der jungen Schüler den Tragekomfort und die Ergonomie der Transportmittel negativ beeinflusst. Doppke und Waßong unisono: „Dann ist ein DIN-genormter Ranzen eben nicht cool genug und es wird lieber eine hippe Tasche genommen, die die Wirbelsäule einseitig belastet.“

An der Elmshorner Bismarckschule hat man, obwohl durch die Schulreform „G8“ (Abitur nach Klasse 12) laut Schulleitung zu 90 Prozent doppelstündiger Unterricht gegeben wird und sich dadurch auch der Materialeinsatz erheblich verringerte, Schränke anbringen lassen, die durch eine Firma vermietet werden. Direktor Peter Rosteck: „Die Nachfrage ist gedeckt, wir können aber jederzeit weitere Ablagemögichkeiten schaffen.“ Kosten : 1,90 Euro pro Monat und Schüler.

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