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Sexueller Missbrauch im Kreis : Wenn Kinder sich etwas trauen sollen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Initiative zeigt Theaterstück zur Prävention: Über 500 Schüler sehen Aufführung im Elmshorner Stadttheater.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Vladimir, Luca, Paula und Alina haben jeder ihre Geschichte. Vladimir, der mit feuchten Küssen von seiner Oma abgeschleckt wird, Luca, der eine missbrauchliche Situation in der Schwimmhalle erlebte, Paula, die noch nicht küssen will, und Alina, der von einem Freund der Familie zwischen die Beine gefasst wurde. Gestern spielte die Theatergruppe „Kompanie Kopfstand“ das Stück „Trau dich!“ im Stadttheater Elmshorn. Zu den beiden Aufführungen kamen 525 Schüler dritter und vierter Klassen aus dem Kreis Pinneberg.

Das Theaterstück „Trau Dich!“ ist Teil der gleichnamigen bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Missbrauchs. Im Mittelpunkt steht die Information sowie die Stärkung und Förderung von Kindern. Selbstbewusstsein und Sprachfähigkeit von Mädchen und Jungen sollen ausgeprägt werden. Aus den vier Geschichten von Vladimir, Paula, Luca und Alina sollen Kinder lernen, mit Situationen wie sie die vier erleben, umzugehen, zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen und sich Erwachsenen anzuvertrauen. „Wenn sie Grenzüberschreitungen erfahren, sollen sie ihre eigenen Rechte kennen und sich an Erwachsene wenden. In dem Stück geht es nicht nur um die Gefühle der Kinder, sondern auch um ihre Rechte“, sagte Bettina Brünner, die für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das Projekt koordiniert.

„Das ist eine tolle Methode dieses Thema zu fördern“, so Dirk Jacobsen von der Beratungsstelle Wendepunkt, die sich als Kooperationspartner an der Initiative beteiligt. Besonders überzeugend, so Jacobsen, sei die Aufführung durch ihre Interaktivität. Denn Schüler werden Teil des Stücks. Im Theaterfoyer wurden sie gestern fotografiert und anschließend auf die Bühne projeziert.

Zu „Trau Dich!“ gehört nicht nur das 70-minütige Theaterstück, sondern auch eine entsprechende Vor- und Nachbereitung mit den Kindern. Für diese wurden Lehrer und Schulsozialarbeiter in Workshops geschult. Die Seminare veranstaltete der Wendepunkt. Zudem gab es im Vorfeld des Projekts zwei Elternabende.

Christoph Helms vom Jugendschutz des Kreises Pinneberg und Dirk Jansen vom Schulamt betonten gestern die Bedeutung der Arbeit zur Prävention des sexuellen Missbrauchs. „Es ist ein Thema, das in die Öffentlichkeit muss“, sagte Helms.

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