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Schulbaustau in Pinneberg : Wenn ein Schwimmbecken zur Aula wird

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Schwimmbecken der Hans-Claussen-Schule ist schon seit 2010 stillgelegt. Jetzt entwickeln die Kinder Ideen.

Pinneberg | „Das Lehrschwimmbecken soll eine Aula werden. Dafür brauchen wir Unterstützung. Damit wir wieder Spaß haben“, sagt Abdul (10). „Das Schwimmbecken ist leer. Niemand kann es benutzen. Wir wünschen uns eine Aula“, meint auch Letizia (10). Schulstunde einmal anders. Es ist 10 Uhr morgens. Wir befinden uns im hinteren Sporthallentrakt der Hans-Claussen-Schule (HCS) an der Elmshorner Straße. Der Zahn der Zeit hat hier genagt. In der Mitte des leeren Schwimmbeckens sitzt Lehrerin Claudia Stoldt mit den Schülern der Klasse 4c. Sie haben einen Kreis gebildet. Einmal die Woche nimmt Stoldt die Kinder mit auf eine Fantasiereise, auf der die jungen Teilnehmer Ideen für einen Umbau des Schwimmbeckens entwickeln.

Der Schulbaustau in Pinneberg hat auch vor der HCS nicht Halt gemacht. Im August 2010 wurde das Lehrschwimmbecken der Schule aus Kostengründen stillgelegt. Seit dieser Zeit liegt ein großer Bereich des Sporthallentraktes der HCS brach. „Rostfraß ist an metallischen Einrichtungen zu verzeichnen, die offenen Abflüsse entsenden üble Gerüche und die Bausubstanz leidet durch Nichtnutzung und minimale Beheizung“, berichtet Schulleiterin Birgit Wiech. 

Ins Schulsanierungskonzept der Stadt wurde der Umbau des Lehrschwimmbeckens aufgenommen. Für 2015 wurden 130.000 Euro veranschlagt. 2018 sollte das Projekt abgeschlossen sein. Doch seit der Ratsversammlung am 4. Dezember 2014 herrscht wieder Unsicherheit. Wie berichtet, wurde der Haushalt 2015 nicht verabschiedet und ein Investitionsstopp ausgerufen. Der aktuelle Schulsanierungsplan lässt weiter auf sich warten.

„Ein Mehrheitsbeschluss der CDU und der SPD bewirkte die Verschiebung der Planung ins Jahr 2016. Diese Verzögerung lässt annehmen, dass die Sanierung zu einem gewünschten Mehrzweckraum, für eventuelle Mittagsverpflegung und schulische Feiern, im Jahr 2018 nicht beendet sein wird. Die Halle steht seit fünf Jahren ohne Nutzung leer. Es werden sicherlich mehr als acht Jahre vergehen, bis der für die Schule wertvolle Raum wieder genutzt werden kann“, so die Schulleiterin.

Auch an der Demo im Februar, zu der die Schulallianz aufgerufen hatte, beteiligten sich die Jungen und Mädchen der HCS. Mit einem großen Plakat und Schwimmnudeln, an denen Fische befestigt waren, riefen sie Stadt und Politik dazu auf, nun endlich zu handeln. Für deren bisherigen Leistungen gab es eine glatte Sechs.Handeln will auf jeden Fall Grundschullehrerin Claudia Stoldt. Während einer Projektwoche vom 19. bis zum 22. Mai bietet sie ihren Schülern an, einen eigenen Entwurf für einen gelungenen Umbau zu gestalten. 

Grundschullehrerin Claudia Stoldt unternimmt mit den Kindern der Klasse 4c Fantasiereisen. Foto: Erdbrügger)
Grundschullehrerin Claudia Stoldt unternimmt mit den Kindern der Klasse 4c Fantasiereisen. Foto: Erdbrügger)
 

Damit die kindlichen Ideen nicht im Bereich der Fantasie stecken bleiben, konnte Stoldt  Fachleute gewinnen, die den Kindern ein wenig Input zum Thema geben: Mit Susanne Szepanzki, Architektin und Leiterin der Hamburger Initiative Architektur und Schule, sowie Mareike Tölke, die firm in Layouts, Illustration und Innenarchitektur ist, steht Stoldt in Kontakt. Auf der Homepage-AG gestalten die Schüler eigene Seiten zum Thema. Und vielleicht werden die Wünsche der Kinder auch erhört: „Wenn wir eine Aula haben, können wir schöne Sachen vorführen“, sagt Ediz (9) und spricht damit für alle Jungen und Mädchen der Schule.

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erstellt am 04.Mär.2015 | 14:15 Uhr

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