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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 07:54 Uhr

Tornesch : Wenn die Eltern süchtig sind

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Während der Aktionswoche für betroffene Kinder bietet die Beratungsstelle in Tornesch eine Fortbildung für Fachkräfte an.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:52 Uhr

Etwa jedes sechste Kind in Deutschland kommt laut Experten aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit den Alltag dominieren. Zum sechsten Mal findet deshalb vom 8. bis 14. Februar die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt. Seit fünf Jahren ist die ATS Suchtberatungsstelle in Tornesch dabei. Dieses Mal wird erstmalig eine Fortbildung angeboten. Dabei lernen pädagogische Fachkräfte, Kindern aus suchtbelasteten Familien zu helfen und entwickeln geeignete Strategien, um Eltern anzusprechen.

Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus Schulen, Kindergärten, Kirchen, Jugendzentren und Jugendhilfeeinrichtungen und soll die Pädagogen im Umgang mit Kindern aus Suchtfamilien schulen. Ronja Plew, die die Fortbildung leitet, ist Sozialpädagogin und in der ATS Suchtberatungsstelle zuständig für das Projekt „Kleine Riesen“, das suchtbelasteten Familien hilft. Unterstützt wird Plew von der 29-jährigen Karolina Kielb, die ihr Anerkennungsjahr als Sozialpädagogin durchläuft und in der Beratungsstelle für die Suchtprävention zuständig ist.

Die Teilnehmer sollen während der Fortbildung lernen, sich in die Probleme und Gedankenwelt der Kinder hineinzuversetzen. Zudem wird ein Überblick geboten über die Auswirkungen und die Erkennung verschiedener Suchterkrankungen. „Mir ist es wichtig, dass immer mehr Menschen begreifen, dass Sucht eine Krankheit ist“, sagt Plew. Zudem erhalten die Pädagogen Informationen zu suchtbelasteten Familien. Weiterhin soll es darum gehen, wie man Eltern, die offensichtlich ein Suchtproblem haben, damit richtig konfrontiert. Plew erklärt, dass dazu viel Fingerspitzengefühl nötig ist, da die richtige Strategie von den Betroffenen abhängt. Jedoch sei es auf jeden Fall ratsam, vorher mit Kollegen zu besprechen, ob diese Beobachtungen – wie beispielsweise eine Alkoholfahne – bestätigen können. Auch andere Anzeichen wie unordentliche Schulsachen und fehlende Pausenbrote könnten aus Sicht der Expertin auf ein Suchtproblem in der Familie hinweisen.

Das Seminar für 20 Teilnehmer findet in der ATS Suchtberatungsstelle Tornesch, Bahnhofsplatz 4, statt. Statt einer Gebühr werden die Teilnehmer um Spenden gebeten. Anmeldungen für die Fortbildung sind bis zum Montag, 9.    Februar, möglich. Plew ist telefonisch erreichbar unter (0  41  22) 96  00  40 sowie per Mail sucht.tu@ats-sh.de

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