SummerJazz 2018 : Wenn der Jazz in Pinneberg regiert

Der Förderverein, Vertreter der Stadt, Sponsoren und Musiker stellten gestern das Programm vor.
Der Förderverein, Vertreter der Stadt, Sponsoren und Musiker stellten gestern das Programm vor.

Festival vom 9. bis 12. August in der Innenstadt. Konzerte auf fünf Open-Air-Bühnen. Pinneberger Tageblatt ist Sponsor.

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26. Juli 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Auf den Sturm folgt ein blauer Himmel. Dessen ist sich der Vorsitzende Ralph Kricke sicher. Stürmische Zeiten – die gab es zunächst im Vorfeld der Organisation: Bis zum letzten Jahr stand dem Förderverein des SummerJazz-Festivals noch eine Event-Agentur zur Seite. Nun werden alle Leistungen von den Mitgliedern und Helfern des Fördervereins SummerJazz übernommen. „Beschicker können sich zukünftig direkt an den Förderverein SummerJazz wenden, wenn sie ihren Stand auf dem Festival präsentieren möchten“, sagte Kricke.

Silhouette and Vinx  kommen aus Kalifornien und spielen ein breites Repertoire.
Förderverein
Silhouette and Vinx kommen aus Kalifornien und spielen ein breites Repertoire.
 

Doch der blaue Himmel tut sich trotzdem auf: Zum 23.  Mal richtet der Förderverein das SummerJazz-Festival aus. Vom 9. bis zum 12.  August verwandelt sich die Pinneberger Innenstadt wieder in einen Spielort für die unterschiedlichsten Stile der Jazzmusik. 50 Konzerte auf fünf Bühnen. Die Veranstalter gehen von 25 000 Besuchern und mehr aus. 

Der Vorsitzende und die Mitglieder des Fördervereins stellten gestern in den Räumen des A. Beig-Verlags, der als Sponsor fungiert, das Programm vor. Alles beim Alten: „Es haben sich über 300 nationale und internationale Bands beworben“, sagte Herbert Hoffmann vom Förderverein. Letztendlich sind 50  Bands und Einzelinterpreten übrig. „Es gibt so viele gute Bands“, schwärmte Hoffmann. Da wolle er keine hervorheben.

Katrin Hinneburg und das Norbert-Kujus-Quartett werden auch Volkslieder zum Besten geben.
Förderverein
Katrin Hinneburg und das Norbert-Kujus-Quartett werden auch Volkslieder zum Besten geben.
 

Zu den Highlights gehört aber definitiv die Band Silhouette mit ihrem Sänger Vinx. „Sie kommen aus Kalifornien“, sagte Kricke. Ein musikalischer Cocktail aus Jazz, Funk, Bossa Nova und Blues wird am Donnerstag ab 20 Uhr zu hören sein. Auch die Bluesmusiker Tom Shaka und Matthias Schlechter, die gestern vor Beginn der Pressekonferenz ihr musikalisches Können zum Besten gaben, werden an den vier Tagen Konzerte bestreiten. Am Freitag werden Pianist Schlechter, Gitarrist Abi Wallenstein und Cajun-Spieler Martin Röttger ab 19.30 Uhr auftreten – ein Doppel-Jubiläumskonzert.

Am Abend jazzen Meena Cryle & The Chris Fillmore Band ab 20 Uhr auf der Hauptbühne. Zu hören gibt es bodenständigen Blues.

Am Samstag spielen auf der Hauptbühne am Drosteiplatz ab 20 Uhr die Flying Soul Toasters aus Bremen auf. Die Band hat fetzigen Soul, coolen Rhythm & Blues sowie Funk im Repertoire. Gewürzt wird das ganze mit Disco-Nummern aus den 1970ern – es darf getanzt werden.

Event auf ehrenamtlicher Basis

Im Vergleich zu anderen Festivals dieser Größe offenbart sich eine weitere Besonderheit: Das gesamte Event wird auf rein ehrenamtlicher Basis auf die Beine gestellt.Finanziert wird das Festival über Sponsorengelder, Mitgliedsbeiträge und den Verkauf der 4000 Pins für jeweils sechs Euro das Stück. „Wir müssen alle verkaufen, damit wir das Fest finanzieren können und den Grundstock fürs nächste Jahr haben“, sagte Kassenwart Werner Porepp.

Der Pin ist quasi die Eintrittskarte oder eine Spende an den Verein, wenn man so will. Gemäß dem Motto „Jazz meets die Mundorgel“ wurde für das SummerJazz-Festival der Anstecker in diesem Jahr in Form einer Mundharmonika gestaltet. Dafür ist die Designerin Kathrin Hinneburg-Heiwolt verantwortlich. Sie erklärte die Doppeldeutigkeit des Motivs: So wird die Mundharmonika im Jazz und im Blues gespielt, aber die Mundorgel bezieht sich auch auf die bekannte Volksliedersammlung, in der auch christliche Lieder und Lagerfeuerpop zu finden sind. Auch die Bands wurden gebeten, in ihr Repertoire solche Lieder aufzunehmen. Ein Vertreter dafür ist die Band Gretchens Pudel, die altes Liedgut entstaubt. Sie spielt am Sonnabend ab 20  Uhr.

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) wird das SummerJazz-Festival am Donnerstag offiziell um 19.45 Uhr eröffnen. „Ich finde es einzigartig, was das Ehrenamt auf die Beine stellt“, sagte sie lobend.

Weitere Infos gibt es hier.

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