Zieh-dein-Haustier-an-Tag : Wenn das Haustier zum Topmodel wird

Futterhaus-Praktikantin Jacqueline Joos zeigt verschiedene Hundemäntel.
Futterhaus-Praktikantin Jacqueline Joos zeigt verschiedene Hundemäntel.

Hundebekleidung ist in Städten noch immer deutlich mehr gefragt als auf dem Land.

shz.de von
14. Januar 2015, 14:30 Uhr

Elmshorn | „Das sieht so süß aus“, freut sich Savin. Der 11-Jährige hatte gerade einen Mantel für seinen neuen besten Freund Coco ausgesucht. Der 13 Wochen alte Chihuahua erhielt zwei Tage nach der Ankunft in seiner neuen Familie einen warmen Mantel für die Wintermonate. „Der friert doch sonst bestimmt“, so der Elmshorner Schüler.

„Er hat es genau richtig gemacht“, sagte Julia Korf, Pressesprecherin beim Futterhaus in Elmshorn. Wenn Hundebesitzer Jacken, Pullover oder Regenmäntel für ihre Tiere suchen, sollten sie diese am besten mitbringen und direkt vor Ort anprobieren. Die Größen reichen von Chihuahuas – wie bei Savin – bis hin zu Labradoren. Bei den meisten Herstellern gibt es Sondergrößen – für Möpse. Wie sollte eine Jacke bei Hunden sitzen? „Sie sollte eng anliegen, aber ein bisschen Spiel bieten“, sagt Korf und ergänzt schmunzelnd: „Der Hund soll ja nicht aussehen wie die Wurst in der Pelle.“

Die sieben Filialen der Fachhandelskette für Tiernahrung und –zubehör im Kreis Pinneberg führen Jacken, Überwürfe und auch Winterschuhe für Hunde. „Dabei geht es vor allem um die Funktionalität, aber natürlich ist es auch ein Lifestyle-Produkt“, erläutert Korf. Spielereien wie Schmuck oder Mützen für Hunde oder Katzen finden Kunden nicht im Sortiment. „Bei Katzen dürfte es sowieso schwer werden so etwas anzulegen. Hunde sind da wohl etwas einfacher“, erläutert Korf.

Beim Verkauf der Produkte seien regionale Unterschiede deutlich. Allerdings nicht von Nord nach Süd oder West nach Ost wie in anderen Bereichen des Lebens, sondern von Stadt zu Land. „Die Produkte werden in Städten deutlich häufiger verkauft“, sagt Korf. Saisonale Unterschiede gebe es wenige. „Wir verkaufen die Produkte das gesamte Jahr“, so die Expertin. Allerdings sei ab Herbst eine deutlich stärkere Nachfrage zu spüren. Die wirklichen Winterprodukte lagern aktuell noch in den Regalen. „Wenn es noch einmal richtig kalt werden sollte, steigt die Nachfrage in diesem Bereich sicherlich rasant“, so Korf. Dabei legten die Kunden vor allem Wert auf Langlebigkeit, Funktionalität, Qualität, Passform und -genauigkeit. Doch am Ende entscheide vor allem die Optik.

Der „Nationale Zieh-dein-Haustier-an-Tag“ stammt aus den USA. Dort wurde der „National Dress Up Your Pet Day“ 2002 auf Initiative der Hundemode-Hersteller erstmals durchgeführt. Das Ziel: den Tieren etwas Schönes anziehen. Das Angebot in Deutschland umfasst zumeist Pullover oder Regenmäntel für Hunde. In den Vereinigten Staaten werden auch Schmuckartikel wie Ketten und Krönchen angeboten. In Deutschland eigentlich undenkbar. Der Einsatz als Modeartikel ist laut Tierschutzgesetz bei konsequenter Auslegung untersagt, da das Tier an seiner natürlichen Lebensweise gehindert wird.
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