Kreis Pinneberg : Weniger Kinder bei Unfällen verletzt

Mit Urkunde und Gutschein: Kimberly Koller, Julia Ahrens, Jannik Hermann, Cedric Köhnke und Alexios Tsiakmakoudis (v. l.). Mit im Bild sind Frank Matthiesen, Oliver Stolz und Helmut Weinrich (v. l.).
Mit Urkunde und Gutschein: Kimberly Koller, Julia Ahrens, Jannik Hermann, Cedric Köhnke und Alexios Tsiakmakoudis (v. l.). Mit im Bild sind Frank Matthiesen, Oliver Stolz und Helmut Weinrich (v. l.).

Zahl der Unglücke mit Fahrrädern um etwa ein Viertel zurückgegangen. Fünf Preise für Teilnahme an Verkehrssicherheitsaktion vergeben.

shz.de von
27. Januar 2015, 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Polizei und der Kreis Pinneberg haben fünf Kinder für ihr erfolgreiches Abschneiden bei der Verkehrssicherheitsaktion „Schon gecheckt“ 2014 ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich etwa 3000 Schüler aus 70 Schulen im ganzen Kreisgebiet an der Aktion beteiligt.

„Wir passen auf, welche Autos auf den Straßen fahren und dass sie zum Beispiel den Tüv haben. Aber es ist uns auch wichtig, dass ihr gut Fahrrad fahrt“, sagte Landrat Oliver Stolz gestern zu den Schülern.

Mit der Aktion wollen Polizei, Kreisverwaltung und Kreisverkehrswacht erreichen, dass möglichst viele Kinder mit tauglichen Rädern unterwegs sind. Alle jungen Fahrradfahrer bis 14 Jahre können ihr Rad während eines Besuchs der Polizei in ihrer Schule vorzeigen. Wenn alles in Ordnung ist, gibt es einen Beleg. Mit dem können  die Kinder dann an einer Verlosung teilnehmen. Den ersten Platz belegte Alexios Tsiakmakoudis aus Wedel. Es folgten Jannik Hermann (Casper-Voght-Schule Rellingen), Julia Ahrens (Bilsbekschule Kummerfeld), Cedric Köhnke (Moorwegschule Wedel) und Kimberly Koller (Gemeinsaschaftsschule Moorrege). Sie alle bekamen Urkunden und Gutscheine.

Von den 3000 vorgeführten Fahrrädern hatten etwa 40 Prozent Mängel, wie Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, sagte. Die häufigsten Schwachpunkte: Beleuchtung und Bremsen. Der leitende Beamte weist jedoch auf einen positiven Trend hin: „Die Zahl der mit dem Rad verunglückten Kinder ist von 2013 auf 2014 etwa um ein Viertel gesunken.“ 62 Kinder hätten sich 2014 bei Radunfällen verletzt. 2013 seien es noch 83 gewesen. Matthiesen nutzte die Preisverleihung auch für einen dezenten Gruß an die Landesregierung: „Wegen der Stellenstreichungen stand die Aktion auf der Kippe. Aber wir sind froh, dass wir bisher weitermachen konnten.“

Helmut Weinrich, stellvertretender Vorsitzender der Verkehrswacht im Kreis Pinneberg, appellierte an die jungen Radler, auch ein Auge auf die Drahtesel ihrer Mitschüler zu haben. „Ihr seid Vorbilder. Und ihr solltet einem Mitschüler auch mal sagen, wenn an seinem Rad die Klingel fehlt oder die Lampe nicht funktioniert. So helft ihr mit, die Unfallzahlen zu senken“, sagte Weinrich.

Die Zahl der beteiligten Kinder war 2014 deutlich höher als noch 2013. 2000 Fahrräder von Viertklässlern kontrollierten Polizeibeamte damals. Allerdings war die Mängelquote mit 20 Prozent deutlich geringer. 2012 fielen sogar nur 15 Prozent der Räder durch. Die Aktion wurde 2007 in den Kreisen Pinneberg und Segeberg nach Hamburger Vorbild gestartet. Die Region Pinneberg war schleswig-holsteinweit Vorreiter.

In Schleswig-Holstein sind laut Statistikamt Nord 2013 insgesamt 1292 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre bei Verkehrsunfällen innerhalb und außerhalb von Ortschaften bei Unfällen verunglückt. 583 davon waren Fahrradfahrer. 484 waren Mitfahrer, etwa in Autos. Und 206 Kinder und Jugendliche verunglückten als Fußgänger. Bei den Radfahrern ist ein deutlicher Unterschied zwischen Mädchen und Jungen festzustellen. 227 verunglückten Mädchen stehen 121 Jungen gegenüber.
In den gemeinnützigen Verkehrswacht-Organisationen engagieren sich nach eigenen Angaben bundesweit etwa 60.000 Menschen, die meisten ehrenamtlich. Die wichtigsten Zielgruppen sind demnach Vorschulkinder, Schulkinder, Radfahrer, junge Autofahrer und ältere Menschen. Die Verkehrswacht ist untergliedert in Landes- und Kreisverbände. Die Pinneberger Kreisverkehrswacht wird derzeit von Gerd Vollstedt aus Uetersen vertreten.
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