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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 21:51 Uhr

Weniger falsche Dönerspieße

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kontrollen der Lebensmittelaufsicht im Kreis Pinneberg zeigen Erfolg / Zutaten sind in Leitsätzen für Fleischerzeugnisse festgelegt

Die Lebensmittelüberwachung des Kreises Pinneberg kann einen Erfolg verzeichnen: „Die falsche Kennzeichnung von Dönern im Kreis Pinneberg ist zurückgegangen“, teilte Kreissprecher Oliver Carstens dieser Zeitung mit. Grund dafür sei, dass die sieben Lebensmittelkontrolleure der Pinneberger Kreisverwaltung in den vergangenen zwei Jahren die ansässigen Imbissbetriebe verstärkt kontrolliert und darüber informiert hätten, was eigentlich ein Döner ist.

„Nicht überall, wo Döner draufsteht, ist auch Döner drin“, sagte Carstens. Für die Bezeichnung sei eine bestimmte Mindestqualität erforderlich. „Die konkreten Anforderungen an einen Döner oder Döner Kebab sind in den Leitsätzen für Fleisch- und Fleischerzeugnisse festgelegt“, erläuterte Carstens. Döner sind demnach nur Fleischspieße, die maximal 60 Prozent Hackfleisch enthalten und ansonsten nur aus Scheiben von Schaf- oder Rindfleisch sowie Gewürzen, Eiern, Zweibeln, Milch, Öl oder Joghurt bestehen, für Hähnchen- oder Putendöner ist ein Hautanteil von maximal 18 Prozent erlaubt.

Imbisse, die Fleisch von Spießen mit einem höheren Hackfleischanteil oder mit anderen Zutaten verkaufen, müssten diese Abweichungen deutlich machen, sagte Carstens. „Weicht die Zusammensetzung gravierend ab, darf die Bezeichnung Döner gar nicht mehr verwendet werden“, sagte er. Alternativ könne man dann etwa von einem Drehspieß sprechen.

„Falsche Kennzeichnungen bei Dönern werden von der Lebensmittelüberwachung als Irreführung des Verbrauchers eingeordnet und entsprechend verfolgt“, sagte Carstens. Im Durchschnitt werde jeder Imbiss einmal im Jahr kontrolliert, sollte es in einem Betrieb jedoch Auffälligkeiten geben, dann gebe es weitere Kontrollen, sagte Carstens. Wenn die Kontrolleure dabei etwa einen Hackfleischdrehspieß, der als Döner bezeichnet wird finden, weisen sie den Imbissbetreiber darauf hin und fordern ihn auf, entweder seine Speisetafeln und -karten sowie Werbung entsprechend zu ändern oder Dönerspieße anzubieten, die den Kriterien für die Bezeichnung entsprechen.

Dass es Voraussetzungen dafür gibt, wann ein Fleischspieß als Döner bezeichnet werden kann, sei übrigens nicht nur gastronomischen Laien unbekannt. „Insbesondere neue Betriebe haben bezüglich der Kennzeichnung oft noch massiven Aufklärungsbedarf“, sagte Carstens. Dort seien den Kontrolleuren überproportional oft falsche Bezeichnungen aufgefallen, so der Kreissprecher.

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erstellt am 02.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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