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Aufwind am Arbeitsmarkt : Weniger Erwerbslose im Kreis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Agenturen teilen Zahlen für Monat Mai mit.

Elmshorn | Dank der Frühjahrsbelebung gehen die Arbeitslosenzahlen weiter zurück. In Hamburg rutschte die Zahl der Erwerbslosen mit 69.712 (6,8 Prozent; Mai 2016: 7,0 Prozent) auf den niedrigsten Stand dieses Jahr, und in Schleswig-Holstein waren mit 89.900 (5,9 Prozent; Mai 2016: 6,2 Prozent) sogar so wenig Menschen in einem Mai arbeitslos gemeldet wie seit 1993 nicht mehr. Auch im Kreis Pinneberg ist Aufwind spürbar.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Pinneberg um 162 Personen (1,9 Prozent) im Vergleich zum April gesunken: 8  365 Männer und Frauen waren im Mai arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang der Quote von 5,0 auf 4,9 Prozent. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2016 sank sie von 5,3 auf 5,2 Prozent. „Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt unserer Region hält an“, erläutert Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. „Die Arbeitslosigkeit ist im Zuge der Frühjahrsbelebung im Mai saisonal weiter gesunken. Die Basis bleibt die anhaltend stabile Konjunktur.“

 

Der Kreis Pinneberg liegt mit seiner Quote im Mittelfeld: Platz eins holte sich in Schleswig-Holstein der Kreis Stormarn mit nur 3,3 Prozent Arbeitslosigkeit, ganz hinten liegt Dithmarschen mit 6,2 Prozent. Im Kreisgebiet selbst haben Uetersen und Wedel die Nase vorn. Aufgeteilt nach Regionen ergeben sich folgende Arbeitslosenquoten im Vergleich April und Mai: In Elmshorn ein Rückgang von 5,9 auf 5,8 Prozent, in Pinneberg von 4,7 auf 4,6 Prozent und in Uetersen und Wedel von 4,6 auf 4,4 Prozent.

Die Agentur für Arbeit betreute von den 8  365 Arbeitslosen 3231. Die Zahl sank zwar um 168 Personen (4,9 Prozent) zum Vormonat, es waren aber 109 Personen mehr im Vergleich zum Vorjahr gemeldet, ein Plus von 3,5 Prozent. Auch die Unterbeschäftigung im Kreis Pinneberg stieg an: Insgesamt 11.769 Personen befanden sich unter anderem in Weiterbildungsmaßnahmen, geförderter Existenzgründung, waren krankgeschrieben oder in Ein-Euro-Jobs angestellt. Die Zahl ist in den vergangenen zwölf Monaten um 307 Personen gestiegen und liegt um 2,7 Prozent höher als im Mai 2016. Die Arbeitsagentur will da helfen: „Arbeitsagentur und Jobcenter unterstützen mit Qualifizierungen und betrieblichen Praktika. Verstärkt werden Menschen gefördert, die schon länger auf Arbeitssuche sind“, sagt Kenntemich.

 

Zwar sank die Arbeitslosigkeit insgesamt, jedoch steigt die Arbeitslosigkeit unter Ausländern weiter an. In Schleswig-Holstein waren 18.200 ausländische Menschen erwerbslos, 2800 mehr als vor einem Jahr. In Hamburg stieg die Zahl auf 22.319, eine Zunahme um 6,4 Prozent. Laut der Deutschen Presseagentur liegt dies vor allem daran, dass mehr Asylanträge abgearbeitet wurden und mehr Flüchtlinge auf Arbeitssuche sind.

In den nächsten Monaten erwartet Kenntemich Arbeitssuchende, die gerade ihre Ausbildung beendet haben: „Mit den Abschlussprüfungen endet für viele junge Menschen in diesen Wochen ihre Ausbildungszeit.“ Er empfiehlt: „Wer nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden kann, sollte sich umgehend bei der Arbeitsagentur melden. Die Chancen, mit Hilfe unserer Stellenvermittlung schnell eine Anschlussbeschäftigung zu finden, stehen für viele Fachkräfte sehr gut.“ Im Kreis Pinneberg sind derzeit etwa 2600 Jobs ausgeschrieben. Bei der Agentur für Arbeit Elmshorn und dem Jobcenter Pinneberg meldeten Arbeitgeber 493 sozialversicherungspflichtige unbesetzte Arbeitsstellen: 144 weniger als im April. Die meistgesuchten Arbeiter sind Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Arbeitskräfte in der Lagerwirtschaft sowie Bürofachkräfte und Buchhalter. In Schleswig-Holstein und Hamburg entstanden neue Jobs vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen, in Dienstleistungsbereichen und im Handel, während die Finanz- und Versicherungswirtschaft Arbeitsplätze einbüßte.

Auch für Schulabgänger ist das Arbeitsamt da, denn die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden übersteigt im Kreis derzeit die Zahl der offenen Stellen. 1687 Bewerber suchten seit Oktober 2016 Hilfe bei der Berufsberatung, 22 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Von diesen waren Mitte Mai noch 788 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz – 732 sind derzeit unbesetzt. Gesucht werden vor allem Bewerber für Einzelhandelskaufmann, Verkäufer und Büromanagementkaufmann.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 
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erstellt am 01.Jun.2017 | 10:00 Uhr

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