Kreis Pinneberg : Weniger Ärztepfusch in SH

Zahl der Behandlungsfehler ist im Vergleich zu 2012 leicht gesunken, die Dunkelziffer bleibt aber hoch

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29. Juni 2014, 12:06 Uhr

Die Schlichtungsstelle der Norddeutschen Ärztekammern in Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr 55 Behandlungsfehler von Ärzten in Kliniken und Praxen offiziell anerkannt, darunter drei Fehler mit Todesfolge. 379 Menschen hatten sich an die Behörde gewandt, weil sie glaubten, Opfer eines ärztlichen Kunstfehlers geworden zu sein. „Die meisten Fehler geschehen in der Unfall- sowie der allgemeinen Chirurgie sowie in der Orthopädie“, sagt Wolfram Scharenberg, Sprecher der Schlichtungsstelle. Gegenüber dem Jahr 2012 seien die Zahlen leicht zurückgegangen, was sich mit der am Donnerstag veröffentlichten Bundesstatistik deckt (siehe Seite 5). „Bei fast 20 Millionen stationären Behandlungskontakten bundesweit pro Jahr ist die Zahl der Kunstfehler sehr gering. Dennoch ist jeder Fall einer zu viel“, so Scharenberg weiter.

Die Dunkelziffer liegt allerdings höher. Denn ärztliche Kunstfehler werden bislang in Deutschland nicht zentral erfasst. Manche Betroffene ziehen gleich vor Gericht, andere behalten ihr Schicksal für sich – oder wenden sich an eine andere Behörde. So hat beispielsweise der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Nord (MDK) schon vor einigen Wochen ebenfalls Zahlen veröffentlicht. Von 800 vermuteten Behandlungsfehlern in Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich danach fast 200 bestätigt. Die Zahl der Gutachten zu vermuteten Fehlern lag hier 2013 um 14 Prozent höher als noch im Jahr davor. Wie viele Kunstfehler es in den vergangene Jahren in den Regio-Kliniken im Kreis Pinneberg gegeben hat, darüber schweigt sich das Unternehmen indes aus. „Wir geben bei diesem Thema keine Daten nach außen“, sagt Unternehmenssprecher Sebastian Kimstädt. Allerdings nehme das Thema Patientensicherheit einen sehr großen Stellenwert ein. In den vergangenen Jahren habe man in diesem Zusammenhang eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt. Welche das sind, lesen Sie in dieser Zeitung auf Seite 5

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